Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit präziseren Messgeräten der Versauerung der Ostsee auf die Spur kommen

26.06.2014

Neues europäisches Projekt PINBAL hat die Entwicklung eines neuartigen Ostsee-tauglichen spektrophotometrischen pH-Meters zum Ziel

Am heutigen Donnerstag fand am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) das kick-off-meeting für das europäische Projekt PINBAL statt.

Die vier am Projekt beteiligten Partner kamen zum ersten Mal zusammen, um ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu planen. Neben dem IOW, das die Projektkoordination übernommen hat, beteiligen sich die Universität Göteborg, das Institute for Oceanology in Sopot und das Unternehmen CONTROS Systems and Solutions an PINBAL.

Seit dem Beginn der Industrialisierung hat sich ein nicht unerheblicher Teil der ständig zunehmenden CO2 Emissionen in den Weltmeeren gelöst und dadurch den pH-Wert um 0,1 Einheiten reduziert.

Das Intergovernmental Panel of Climate Change (IPCC) geht bei einer unverändert hohen weltweiten CO2 Produktion davon aus, dass sich bis zum Jahr 2100 der pH-Wert der Weltmeere von derzeit 8,1 auf rund 7,7 verringern wird, mit gravierenden Folgen für die Meeresumwelt.

Für die Ostsee mit ihren stark schwankenden Salzgehalten und hohen Konzentrationen an organischen Stoffen sowie dem Vorkommen von Schwefelwasserstoff im Tiefenwasser existieren bislang noch keine geeigneten Messmethoden, um Langzeitänderungen zu erfassen. Das soll nun mit PINBAL geändert werden.

Auch die Grundlagenforschung wünscht sich präzisere Messmethoden zur Bestimmung des pH-Wertes, um damit die Kohlenstoffdioxid-Umsätze in der Ostsee genauer erfassen zu können. Gregor Rehder, Projektleiter und Meereschemiker am IOW, beschreibt die Ziele von PINBAL:

“Wir wollen gemeinsam ein robustes, aber hochpräzises System entwickeln, das sich auf so genannten voluntary observing ships (VOS) einsetzen lässt. “Auf solchen VOS – Frachtschiffen oder Fähren – wurden in den vergangenen Jahren automatische Mess- und Beprobungsvorrichtungen installiert, um ein effektives Monitoring von Umweltparametern im Oberflächenwasser der Ostsee zu realisieren. Sie sollen nach Abschluss des Projektes auch das neue pH-Messsystem aufnehmen.

PINBAL wird in den kommenden drei Jahren im Rahmen von BONUS (Artikel 185) gefördert, einem Programm, das gemeinsam durch das 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union und nationalen Förderinstitutionen der Ostseeanrainerstaaten finanziert wird. 


Kontakt:

Prof. Dr. Gregor Rehder, Sektion Meereschemie, Leibniz-Institut für
Ostseeforschung Warnemünde, Tel.: (0381 / 5197 336, Email: gregor.rehder@io-warnemuende.de)

Dr. Barbara Hentzsch, Öffentlichkeitsarbeit, IOW
(Tel.: 0381 / 5197 102, Email: barbara.hentzsch@io-warnemuende.de)

Nils Ehrenberg, Öffentlichkeitsarbeit, IOW
(Tel.: 0381 / 5197 106, Email: nils.ehrenberg@io-warnemuende.de)

Dipl.-Phys. Peer Fietzek, CONTROS Systems & Solutions

Prof. Dr. Leif Anderson, Universität Göteborg

Dr. Karol Kulinski, Institute for Oceanology, Polish Academy of Science, Sopot

Das IOW ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der zurzeit 89 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Bund und Länder fördern die Institute gemeinsam. Insgesamt beschäftigen die Leibniz-Institute etwa 17.200 MitarbeiterInnen, davon sind ca. 8.200 WissenschaftlerInnen, davon wiederum 3.300 NachwuchswissenschaftlerInnen. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,5 Mrd. Euro, die Drittmittel betragen etwa 330 Mio. Euro pro Jahr. (www.leibniz-gemeinschaft.de)

Dr. Barbara Hentzsch | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops