Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Nachhaltigkeit in multinationalen Unternehmen

11.02.2014
Ein neues Instrument soll multinationalen Unternehmen ab 2016 dabei helfen, ihre Einflüsse auf globale Entwicklungsziele wie Armutsbekämpfung, aber auch auf Menschenrechte, Transparenz und Umweltschutz zu bewerten und zu verbessern.

Das ist das Ziel des europäischen Projektes „Global Value“, das jetzt gestartet ist, und an dem 12 Partner beteiligt sind, darunter wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Institutionen aus Indien, Bangladesch und Tansania. Koordiniert wird das Projekt von der Wirtschaftsuniversität Wien.

Durch das Tool, an dessen Entwicklung das Öko-Institut beteiligt ist, sollen Unternehmen die Auswirkungen ihrer Produkte und Aktivitäten auf die nachhaltige Entwicklung in Ländern des Globalen Südens besser bewerten können.

Dabei geht es um unternehmerische Aktivitäten vom Einkauf über die Produktion, Distribution und Investition bis hin zum freiwilligen Unternehmensengagement (CSR). Mit Hilfe des Bewertungstools können Unternehmen dann verantwortungsvollere Handlungsoptionen identifizieren und umsetzen.

Institutionelle Rahmenbedingungen als Treiber für nachhaltige Unternehmensführung?

In einem eigenen Arbeitspaket untersucht das Öko-Institut im Rahmen des Global Value Projektes zudem, welchen Einfluss institutionelle Rahmenbedingungen – sogenannte „Systems of Governance“ – auf nachhaltiges Handeln in multinational agierenden Unternehmen ausüben. Unter „Systems of Governance“ sind ineinandergreifende Regelstrukturen zu einem bestimmten Themenfeld zu verstehen.

„Das gesamte System fairer Handel ist ein gutes Beispiel dafür. Es funktioniert durch ein Set unterschiedlicher Regeln und Normen unter Einbezug verschiedenster Akteure. Denn Unternehmen handeln ja nicht isoliert, sondern sind eingebettet in gesellschaftliche Kontexte“, verdeutlicht Franziska Wolff, Wissenschaftlerin am Öko-Institut und Leiterin des entsprechenden Arbeitspaketes.

„Zum System fairer Handel gehört zum Beispiel das bekannte Fair Trade Label, aber eben auch staatliche Standards wie etwa die Kernarbeitsnormen der International Labour Organisation oder zivilgesellschaftliche Mechanismen wie die Clean Cloth Campaign“, ergänzt Christoph Brunn, CSR-Experte am Öko-Institut.

Welche „Systems of Governance“ zu entwicklungsbezogenen Themen gibt es? Wie wirksam sind sie? Welchen Einfluss haben sie auf die Wettbewerbsfähigkeit von multinationalen Unternehmen? Und in welchem Maße sind entwicklungspolitische Aktivitäten von Unternehmen mit staatlicher Entwicklungszusammenarbeit koordiniert? Erste Ergebnisse zu diesen einzelnen Fragestellungen wird das Öko-Institut in einem Workshop im Juni 2014 vorstellen. Zusammen mit den relevanten Stakeholdern werden dann neun Fallstudien für die weitere Untersuchung ausgewählt.

Weitere Informationen zu „Global Value“ auf der Projektwebseite http://www.global-value.eu/

Das Projekt wird von der EU gefördert im 7. EU Rahmenprogramm, Projektnummer 613295.

Weitere Arbeiten des Öko-Instituts zum nachhaltigen Unternehmerhandeln

Das Öko-Institut knüpft mit dem Global Value-Projekt an eine Reihe von Arbeiten an, in denen es die Wirkung von Unternehmen und ihren Produkten untersucht hat. Das Öko-Institut hat das große europäische Forschungsprojekt „IMPACT“ http://www.oeko.de/presse/pressemitteilungen/dok/1575.php geleitet, in dem es um die Nachhaltigkeitswirkungen von CSR http://www.oeko.de/oekodoc/1816/2013-488-de.pdf innerhalb von Europa ging. Darüber hinaus erstellte es im vergangenen Jahr im Auftrag der Deutschen Telekom AG eine umfassende Nachhaltigkeitsmatrix, um Produkte und Dienste des Telekommunikationsunternehmens zu bewerten.

Ansprechpartnerin und -partner am Öko-Institut:

Franziska Wolff
Stellvertretende Leiterin des Institutsbereichs
Umweltrecht & Governance
Öko-Institut e.V., Büro Berlin
Telefon: +49 30 405085-371
E-Mail: f.wolff(at)oeko.de
Christoph Brunn
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institutsbereich
Umweltrecht & Governance
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Telefon: +49 6151 8191-128
E-Mail: c.brunn(at)oeko.de
Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.
Neues vom Öko-Institut auf Twitter: http://twitter.com/oekoinstitut
Interesse an eco@work, dem kostenlosen E-Paper des Öko-Instituts?
Abo unter http://www.oeko.de/newsletter_ein.php

Romy Klupsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.oeko.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Tausende Holztäfelchen simulieren Plastikmüll
23.02.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie