Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Meeres-Versauerung bedroht auch Riesen-Tintenfische

18.12.2008
CO2-Erhöhung setzt Ozeanen stark zu

Riesen-Kalmare, die im östlichen tropischen Pazifik sehr häufig vorkommen, sind ebenfalls von der CO2-Erhöhung und von der Klimaveränderung bedroht.

Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins PNAS. Klimamodelle kommen zum Schluss, dass die Ozeane zunehmend saurer werden. Dass Korallen und Schnecken sowie Muscheln darunter leiden, haben vorhergehende Untersuchungen bereits gezeigt.

Der Riesen-Kalmar Dosidicus gigas, der bis zu drei Meter lang wird, ist in der Lage seine Körperfunktionen an die Lebensräume - einerseits der Tiefsee, andererseits der flachen Gewässer - anzupassen. "Wenn die Kalmare während der Nacht nach Nahrung nahe an der Wasseroberfläche suchen, verfügen sie über einen sehr schnellen Metabolismus", so Studien-Autor Rui Rosa vom Department für Ozeanographie an der Universität Lissabon.

"Wenn sie dann abtauchen, kann sich der Metabolismus um bis zu 80 Prozent verlangsamen." Die Versauerung führt zu einer Abnahme von Sauerstoff an der Wasseroberfläche. Das wiederum stört den Metabolismus der Kalmare, wenn sie in geringeren Meerestiefen auf Jagd gehen. Denn die Verhältnisse werden jenen in der Tiefsee ähnlicher. Untersuchungen an lebenden Tieren in Wasserbecken, in denen die Effekte der Versauerung auf dem geschätzten Wert von 2100 nachgebildet wurden, haben das deutlich gemacht. "Die Ozean-Versauerung wie sie mit Klimamodellen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts berechnet wurde, unterdrücken die Energieproduktion der Kraken um bis zu 30 Prozent. Die Tiere werden bei höheren Temperaturen lethargisch", so Rosa.

"Das Thema Ozean-Versauerung ist derzeit ein sehr heißes Thema", so der Wiener Meersbiologe Jörg Ott von der Universität Wien gegenüber pressetext. "Nicht nur die Erwärmung setzt den Lebewesen im Meer zu, sondern auch der veränderte pH-Wert, weil die Physiologie und damit verbunden das Säure-Basen-Verhältnis gestört wird. Besonders betroffen davon sind alle Lebewesen, die Kalk bilden", so der Experte. "Das beginnt bei den Flagellaten, die eine immens große Bedeutung für den gesamten Lebenszyklus im Meer haben, und reicht über Muscheln, Schnecken, Krebsen bis hin zu den Korallenriffen."

Die Kombination der drei Faktoren machen die Kalmare sehr verletzbar. Die höheren Temperaturen, die zunehmende Versauerung und die Sauerstoff-Abnahme im Meer. "In Zukunft wird das bewohnbare Fenster zwischen der ohnehin sauerstoffarmen Tiefsee und den sauren und warmen Oberflächenwasser immer enger", meint Rosa. Das Resultat werde der erhöhte Druck auf die Tiere sein, die dann leichter Fressfeinden zum Opfer fallen. Die Riesenkraken sind die bevorzugte Nahrung von Pottwalen, aber auch von Haien und anderen Großfischen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.fc.ul.pt
http://www.univie.ac.at/marine-biology

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Tausende Holztäfelchen simulieren Plastikmüll
23.02.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie