Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

International: Defizite in der Klimaforschung in Städten aufgezeigt

19.10.2012
3. Tagung des URBIO Netzwerkes befasste sich in Bombay mit Stadtentwicklung und Klimawandel

Seit 2008 führt das in Erfurt gegründete URBIO Netzwerk alle zwei Jahre Fachkongresse zur Unterstützung der UN Biodiversitätsgipfel durch. Seit 2012 ist es mit über 700 Wissenschaftlern, Planern und Praktikern weltweit unter Leitung des Erfurter Stadtökologen Prof. Dr. Norbert Müller das offizielle Wissenschaftsnetzwerk der UN zum Thema Städte und Biodiversität.


Die dritte URBIO Konferenz tagte vom 8. – 12. Oktober in Mumbai Indien. Mumbai ist mit 20 Millionen Einwohner die größte stadt Indiens und eine der weltweit am schnellsten wachsenden Metropolen mit extremen Gegensätzen. Über 60% der Bewohner leben in Slums (Blick auf Mumbai mit einem Mosaik aus Hochhäusern, Bauruinen und Slums)

Foto Maria Ignatieva

Die 3. Tagung des URBIO Netzwerkes beschäftigte sich vom 8.-12. Oktober 2012 mit einer der größten Bedrohungen für das Leben auf der Erde, „Stadtentwicklung und Klimawandel“, wobei es darum ging, wie Städte den Klimawandel abschwächen bzw. sich an ihn anpassen können.

Urbanisierung ist weltweit ein Hauptverursacher des Verlustes biologischer Vielfalt und des Klimawandels. Heute ist es eine der wichtigsten Aufgaben, innovative Lösungen zu finden, um den ökologischen Fußabdruck von Städten und die Störungsanfälligkeit urbaner Ökosysteme zu senken. Städte haben als Schmelztiegel des Fortschritts das Potenzial, nachhaltiges und lebenswertes Wachstum mit den besten Möglichkeiten natürlicher Ressourcenverwaltung zu verbinden.

Ihre wirtschaftlichen Skaleneffekte, die Konzentration von politischer Entscheidungsmacht sowie die Fertigkeiten verschiedener Kulturen, die in Städten zusammenfließen, machen es möglich, brauchbare Lösungen für unsere drängendsten Probleme zu finden, die danach in größerem Maßstab replizierbar sind.

Über 200 Wissenschaftler und Praktiker aus über 25 Ländern diskutierten vom 08.-12. Oktober am Indischen Institut für Technologie Bombay (Mumbai, Indien) die anstehenden Probleme und Notwendigkeiten für die Zukunft. Sechs Grundsatzreden analysierten den Einfluss von Klimawandel und Naturkatastrophen auf urbane Ökosysteme, die Wirtschaft, Stadtplanung und die menschliche Gesundheit. Sie präsentierten eine erste weltumspannende Bewertung des Einflusses der Urbanisierung auf Biodiversität und Dienstleistungen der Natur.

In 22 wissenschaftlichen Symposien wurde der Einfluss von Urbanisierung auf Nahrungsmittelproduktion, Sicherheit und Wohlstand tiefgehend diskutiert. Viel Wert wurde auf den Einbezug aller Beteiligten (Regierung, Bürger, Wirtschaftsunternehmen etc.) in die Stadtplanung und -verwaltung gelegt, um nachhaltige und belastbare Lösungen für anstehende Probleme zu finden und unsere Städte fit für die Zukunft zu machen.

Klimawandel-Probleme sind immer besonders komplex. Obwohl die Welt stetig urbaner wird, sind die Wechselwirkungen zwischen Städten und Klimawandel weit weniger erforscht als andere Aspekte der globalen Erwärmung. In Hinblick auf den derzeitigen Anstieg des Ausstoßes an Treibhausgasen werden wir, selbst bei starken gemeinsamen Bestrebungen des Gegensteuerns, mit einem Anstieg sowohl in Häufigkeit als auch Intensität von Hitzewellen, Dürren, Stürmen, Überflutungen und Meeresspiegelhebung zu rechnen haben.

Städte müssen bereit sein, die Hauptlast dieser Effekte zu tragen, lebt doch über die Hälfte der Menschheit in Städten, die meist an besonders gefährdeten Stellen wie Küsten und Flüssen zu finden sind. Zur selben Zeit produzieren Städte 60-70% des weltweiten Treibhausgasausstoßes. Deshalb können und müssen Städte die wichtigen Rollen in der Abschwächung des und der Anpassung an den Klimawandel spielen.

Die Ergebnisse der Tagung und die Forderung der Wissenschaftler nach mehr angewandter Forschung im Bereich Klimawandel in Städten wurden auf der Mitgliederkonferenz der UN Biodiversitätskonvention (COP 11) in Hyderabad (Indien) den 192 Mitgliedsstaaten vorgestellt und Empfehlungen gegeben, was in Zukunft notwendig ist.

Die Arbeit des URBIO Netzwerkes wurde 2006 - 2009 und 2012 -2014 durch das Bundesamt für Naturschutz und das Bundesministerium für Umwelt gefördert. Derzeit arbeitet die Gruppe um Prof. Müller an einer weltweiten Studie zu den Auswirkungen der Urbanisierung auf die Biodiversität und die Dienstleistungen der Natur.

Roland Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-erfurt.de/urbio/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Ausdehnung von Ackerflächen reduziert CO2-Aufnahme
20.06.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Luftreiniger und Schmutzpumpe: der indische Monsun
15.06.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Breitbandservices von DNS:NET erweitert

20.06.2018 | Unternehmensmeldung

Mit Parasiten infizierte Stichlinge beeinflussen Verhalten gesunder Artgenossen

20.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics