Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das ICOS-Projekt: Europas Kohlenstoffhaushalt ausgleichen

18.12.2008
Die Arbeit an der Entwicklung eines integrierten Systems zur Überwachung von Treibhausgaskonzentrationen in Europa hat begonnen. Es soll den politischen Entscheidungsträgern bei der Bewertung der Wirksamkeit der zur Bekämpfung des Klimawandels erlassenen Gesetzgebung helfen.

Die Initiative mit der Bezeichnung ICOS ("Integrated carbon observation system") ist eine von 44 im europäischen Fahrplan für Forschungsinfrastrukturen zusammengestellten gesamteuropäischen Forschungsinfrastrukturen. Eine aktualisierte Version des Fahrplans wurde bei der letzten europäischen Konferenz zu Forschungsinfrastrukturen (ECRI2008) in Versailles, Frankreich, veröffentlicht.

Emissionen fossiler Brennstoffe haben in den letzten Jahren stark zugenommen, während nur etwas mehr als die Hälfte dieser Treibhausgase von den Kohlenstoffsenken an Land und in den Ozeanen aufgenommen wird. Der Rest sammelt sich in der Atmosphäre an. Das Ziel des ICOS-Projekts ist der Aufbau eines umfassenden Überwachungssystems, das detaillierte Informationen darüber liefert, wo in Europa Kohlenstoff emittiert wird und wo sich die Kohlenstoffsenken befinden. Es soll auch in entscheidender Weise Aufschluss darüber geben, wie die Kohlenstoffsenken selbst durch den Klimawandel beeinflusst werden. Im heißen trockenen Sommer 2003 gaben Europas terrestrische Ökosysteme, die normalerweise Kohlenstoffsenken sind, großen Mengen ihres gespeicherten Kohlenstoffs frei, wodurch sie zu Kohlenstoffquellen wurden.

ICOS wird ein Netzwerk von Überwachungsstationen mit Messgeräten nach neuestem Stand der Technik in ganz Europa aufbauen, das sich bis in benachbarte Regionen von Sibirien und Afrika erstreckt. So sollen sowohl lokale als auch atmosphärische Änderungen in den Werten von CO2 und anderen Treibhausgasen wie Methan gemessen werden.

An diesen Stationen gesammelte Daten werden schnell einem zentralen Datenzentrum zugeführt, das es den Wissenschaftlern gestattet, die Kohlenstoffströme durch Ökosysteme nahezu in Echtzeit zu überwachen.

Die gerade laufende Vorbereitungsphase des ICOS-Projekts wird mit 4.299.996 Euro im Haushalt "Forschungsinfrastrukturen" des Siebten Rahmenprogramms (RP7) finanziert und dauert bis 2012. Während dieser Zeit werden die Wissenschaftler die in den Überwachungsstationen zum Einsatz kommenden Messgeräte testen und auswählen, um die Vergleichbarkeit der Daten zu gewährleisten. In den Stationen sollen die gleichen Messgeräte verwendet werden und ein zentrales Analyselabor wird für das Kalibrieren und für qualitätsgeprüfte Analysen zur Verfügung stehen.

ICOS soll 2012 in die operative Phase eintreten und wird voraussichtlich für rund 20 Jahre laufen. Die Gesamtbaukosten für das Netzwerk belaufen sich auf 128 Millionen Euro, und die Betriebskosten werden auf ungefähr 14 Millionen Euro pro Jahr geschätzt.

Das ICOS-Team arbeitet auch eng mit ähnlichen Initiativen in anderen Teilen der Welt wie zum Beispiel in Nordamerika, Japan und Australien zusammen. Die Daten aller Initiativen werden in einer einzigen Datenbank gesammelt und die Partner treffen sich alle zwei Jahre, um Informationen und Ideen auszutauschen.

| CORDIS
Weitere Informationen:
http://www.icos-infrastructure.eu
http://www.kooperation-international.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie