Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grün, geschichts- und artenreich: Für den Erhalt historischer Parkwälder

28.01.2013
DBU fördert Entwickeln eines praxisorientierten Leitfadens zum Schutz des kulturellen Erbes mit 125.000 Euro

Angelegte Wege, Gewässer und Herrenhäuser verliehen ihnen einst einen besonderen Reiz: Historische Parkwälder. „Einige dieser lebenden Geschichtsarchive weisen eine besondere Dichte an Kulturrelikten auf.


Am Beispiel von sechs unterschiedlichen Parkwäldern des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts sollen Experten Methoden für eine angemessene Nutzung und Pflege erarbeiten. Das Foto zeigt Park Altenstein in Thüringen.

Heute werden jedoch viele von ihnen bewirtschaftet oder vernachlässigt, sodass die ursprüngliche Botschaft eines historischen Landschaftsparks nicht mehr erlebbar ist“, sagt Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg will die historische Vielfalt von Parkwäldern modellhaft dokumentieren. „Aus den Ergebnissen wollen wir einen Leitfaden erarbeiten, der Eigentümern, Nutzern und Schützern der Anlagen aufzeigt, wie sie erhalten und entwickelt werden können“, sagt Dipl.-Ing. Patrick Pauli vom Institut für Geo- und Umweltwissenschaften. Es müsse ein stärkeres Bewusstsein für den historischen Bestand geschaffen werden. Die DBU gibt 125.000 Euro.

„Historische Parkwälder sind weitläufig, strahlen Ruhe aus und stehen zum Teil unter Denkmalschutz. Trotzdem stellen sie einen bisher kaum beachteten Teil unseres kulturellen Erbes dar“, so Brickwedde. Durch das wirtschaftliche Umgestalten der Flächen würden Bäume nicht mehr nachgepflanzt. Zudem seien Schäden an den Wegen und Alleen entstanden. Bisher fehle es an geeigneten Konzepten zum Bewirtschaften der Parkwälder. Um Parkanlagen dauerhaft zu sichern, sei es wichtig, Forstwirtschaftler, Denkmalpfleger und Naturschützer für eine nachhaltige und dem Denkmalwert angemessene Nutzung und Pflege sowie für eine konstruktive Zusammenarbeit zu sensibilisieren.

Am Beispiel von sechs Parkwäldern des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts, die sich in ihrer Größe, Vornutzung und landschaftlichen Gestaltung unterscheiden, sollen Experten aus der praktischen Forstwirtschaft, aus der Denkmalpflege und dem Naturschutz Methoden für eine angemessene Nutzung und Pflege erarbeiten, sagt Pauli. Vorgesehen seien der Sophienberg bei Kirchberg an der Jagst, der Fürstliche Park Inzigkofen bei Sigmaringen, der Favoritenpark Ludwigsburg, der Ebersdorfer Park und der Park Heinrichsruh im Saale-Orla-Kreis sowie der Park Altenstein bei Bad Liebenstein.

Zum Beispiel werde untersucht, welche typischen Vegetationsstrukturen erhalten bleiben sollen oder wie Parkanlagen zugleich forstlich genutzt werden und Schutz für Fledermäuse bieten könnten. Die für den Leitfaden gewonnenen Erkenntnisse sollen, je nach Fragestellung und Objekt, in abgeschlossenen Arbeitseinheiten eine dem Denkmal, dem Forst und dem Naturschutz gerechte und nachhaltige Bewirtschaftung ermöglichen. Somit sei eine Übertragbarkeit des Leitfadens auf andere bedeutsame Parkwälder gegeben.

„Um den Leitfaden auf seine Praxistauglichkeit hin zu prüfen, wird er zunächst im Fürstlichen Park Inzigkofen angewendet und bewertet“, sagt Pauli. Mögliche Änderungen könnten so noch in das laufende Projekt aufgenommen werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten auch in die Ausbildung der Studenten an der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg einfließen. Weitere Umsetzungen des Leitfadens an anderen Standorten seien bereits im Gespräch.

Franz-Georg Elpers | DBU-Presseabteilung
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de
http://www.dbu.de/index.php?menuecms_optik=&menuecms=123&objektid=33948&vorschau=1

Weitere Berichte zu: Bundesstiftung Umwelt DBU Naturschutz Parkanlagen Parkwälder

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie gefährlich ist Reifenabrieb?
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Verbreitung von Fischeiern durch Wasservögel – nur ein Mythos?
19.02.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics