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Gaskraftwerke sollen klimafreundlicher werden

18.05.2009
Siemens und der norwegische Energieversorger Statkraft erforschen Methoden, um die Abgase von Gas- und Dampfturbinen(GuD)-Kraftwerken von Kohlendioxid (CO2) zu reinigen. Siemens arbeitet bereits an Technologien zur CO2-Abscheidung aus dem Rauchgas von Kohlekraftwerken. Dieses Verfahren soll nun an die besonderen GuD-Bedingungen angepasst werden.

Im Vergleich zu Kohlekraftwerken emittieren die effizienteren GuD-Kraftwerke nur etwa halb so viel CO2. Sie sind heute die umweltfreundlichsten fossilen Kraftwerke. Es gibt bisher noch keine Anlagen zur CO2-Abscheidung in GuD-Kraftwerken.


Dennoch rüsten sich die Betreiber für geplante Direktiven der EU, den CO2-Ausstoß großer Kraftwerke weiter zu reduzieren. Zurzeit wird in Deutschland eine Pilotanlage zur unterirdischen Speicherung von CO2 gebaut. Die Politik schafft damit auch den für die Energieversorger wichtigen rechtlichen Rahmen für diese Technik.

Siemens und Statkraft versuchen nun, das für Kohlekraftwerke entwickelte Post-Combustion-Verfahren auf GuD-Kraftwerke zu übertragen. Die Methode bringt das bei der Verbrennung entstandene Rauchgas mit einer Waschflüssigkeit so in Kontakt, dass sich das im Gas enthaltene CO2 an das Waschmittel bindet. Mit etwa zehn Prozent Restgehalt CO2 strömt das gereinigte Abgas nach draußen, während die Waschsubstanz erwärmt wird, um das gebundene CO2 wieder aus ihr zu entfernen. Übrig bleibt reines CO2, das verdichtet und zu Lagerstätten transportiert werden kann. Für das Waschmittel, das nicht verbraucht wird, beginnt der Prozess von Neuem.

Anders als bei Kohlekraftwerken, die in Grundlast gefahren werden, gibt es in GuD-Kraftwerken häufige Lastwechsel, das heißt, es fällt mal mehr, mal weniger Gas an. Das Rauchgas hat außerdem einen niedrigeren CO2-Gehalt, enthält aber viel Sauerstoff. Sauerstoff ist hoch reaktiv und beeinträchtigt die Stabilität der Waschmittel. Das Verfahren der Experten von Siemens Fossil Power nutzt eigens entwickelte, stabile Waschmittel. Die Forschungen sollen klären, wie sich der Reinigungsprozess unter den verschärften Bedingungen im GuD-Kraftwerk verhält.

Diese Technologie könnte eine bedeutende Rolle im Siemens Umweltportfolio spielen. Mit seinen grünen Produkten und Lösungen erwirtschaftete das Unternehmen bereits im Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von knapp 19 Milliarden Euro. (RN 2009.05.5)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens ResearchNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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