Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fischereirechte: Wem gehören sie in Zukunft?

17.09.2008
Individuelle Fangquoten werden heiß gehandelt – und intensiv diskutiert

Ein großer Teil der europäischen Fischerei-Industrie ist in der Dauerkrise. Viele Fischbestände haben historische Tiefstände erreicht, manche drohen zu kollabieren. Wie lässt sich der Trend stoppen?

Dieser Frage sind 13 europäische Forschungsinstitute in dem dreijährigen Forschungsprojekt „Comparative Evaluations of Innovative Solutions in European Fisheries Management” (CEVIS) nachgegangen. Weltweit haben sie Fischereimanagement-Methoden unter ökologischen, sozialen, ökonomischen und rechtlichen Aspekten untersucht. Wie handhaben Staaten zum Beispiel ihre nationalen Fangquoten?

Dazu hat das Öko-Institut die Praxis in Großbritannien und in den Niederlanden miteinander verglichen. Beide Länder teilen ihre nationale Fangquote in individuelle und sektorale Quoten auf. Die Quoten sind übertrag- und handelbar und werden in Erzeugerorganisationen gepoolt. Diese regeln den Quotenhandel und sind dafür verantwortlich, dass die Gesamtquote nicht überfischt wird. Heute funktioniert das System in den Niederlanden gut. Es setzte sich aber erst durch, als Fischer und Industrie Anfang der 90er Jahre die Möglichkeit zur Mitbestimmung bekamen und sich Überwachung und Kontrolle verbesserten.

In Großbritannien sind die handelbaren Quoten umstrittener. Der Grund: „Dort ist bisher unklar, wem die Quotenanteile eigentlich gehören. Dies mache Investitionen unsicher, kritisieren manche Fischer”, sagt Franziska Wolff vom Öko-Institut. „Andere befürchten Konzentrationseffekte und wieder andere lehnen eine ‚Privatisierung’ von Fischereirechten durch solche Quoten grundsätzlich ab.” Handelbare Fischereirechte werden in der EU derzeit intensiv diskutiert. Wolff warnt: „Diese Systeme sind keine Wundermittel. Sie benötigen klare ökologische Leitplanken und die Kontrolle von Fischanlandungen muss funktionieren.” Das niederländische und britische Beispiel zeige aber, dass das Quotenmanagement durch Gruppen einem rein individuellen Management vorzuziehen sei, weil es Selbstkontrolle fördert.

Die Internetseite CEVIS – Comparative Evaluations of Innovative Solutions bietet weitere Informationen: http://www.ifm.dk/cevis/.

Quelle: Öko-Institut e.V.

Das Öko-Institut ist eine der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungseinrichtungen für eine nachhaltige Zukunft. Der Verein wird von seinen Mitgliedern und Förderern getragen.

Mehr Informationen über das Öko-Institut und die Möglichkeiten einer Mitgliedschaft erhalten Sie unter www.oeko.de/mitmachen.

Christiane Rathmann | Öko-Institut e.V.
Weitere Informationen:
http://www.ifm.dk/cevis/
http://www.oeko.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor
23.05.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Wenn Korallen Plastik fressen
23.05.2018 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Kugelmühlen statt Lösungsmittel: Nanographene mit Mechanochemie

25.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics