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Fischbeobachtung mit innovativer Technik

04.10.2011
Die Bundesanstalt für Gewässerkunde nahm heute an der Moselstaustufe Koblenz eine neuartige Anlage zur Beobachtung wandernder Fische in Betrieb. Mit Infrarot-Sensoren und Videotechnik ist nun ein anschaulicher Funktionsnachweis möglich.

Am Moselwehr in Koblenz wurde am heutigen Donnerstag von Vertretern des Landes und des Bundes - als Ersatz für die alte Fischtreppe - die neue Fischwechselanlage eingeweiht.


Bild 1: Funktionsskizze der Fischvermessung
Skizze: BfG


Bild 2: Fischmonitor „auf dem Trockenen“
Foto: Michael Hils/BfG

Für die dort eingebaute Technik zur Dokumentation der Fischbewegungen zeichnet die Bundesanstalt für Gewässerkunde verantwortlich. Mit dem installierten System ist die Einhaltung der ökologisch-fachlichen Anforderungen an eine Fischaufstiegszählung durch eine automatisierte Fischerkennung gewährleistet: ein kontinuierliches Monitoring wird durch zwei Platten mit je zwei Reihen eng bestückter Infrarotsensoren, die ein Tor bilden, sichergestellt. Hindurch schwimmende Fische werden in ihrer Form abgetastet, hinsichtlich der Bewegungsrichtung (Aufstieg/Abstieg) erfasst und zusätzlich durch zwei Videoeinheiten dokumentiert (Bild 1). Dies hat gegenüber einer konventionellen Reusenkontrolle den Vorteil, dass die Fische berührungslos und damit stress- und verletzungsfrei das System passieren können, ohne gefangen zu werden.

Eine deutlich kleinere Version der in Koblenz eingesetzten Fischmonitore wird seit einigen Jahren in einer begrenzten Zahl an Gewässern (hauptsächlich in Skandinavien) und dabei überwiegend zur Erfassung großer Fische (z.B. Lachse) erfolgreich eingesetzt. Im Koblenzer Projekt kommt der Fischmonitor erstmalig in einer Bundeswasserstraße - und dort auch zur Erfassung kleiner Fischgrößen - zum Einsatz. Dazu wurde das System hinsichtlich der ökologischen Anforderungen durch die BfG überarbeitet und die Qualität der Messungen verbessert (Bild 2).

Durch die Neuregelung des Wasserhaushaltsgesetzes im März 2010 hat die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) die Verantwortung für den Erhalt und die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Querbauwerke an Bundeswasserstraßen übernommen. Mehr als 250 Staustufen in Bundeswasserstraßen werden in den nächsten 15 Jahren gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) von der WSV für einen besseren Fischaufstieg umgestaltet bzw. neu errichtet. Die ökologischen Randbedingungen zur Umsetzung dieser ehrgeizigen Ziele werden von der BfG als wissenschaftlicher Oberbehörde des Bundes im Zusammenspiel mit den Ländern entwickelt, für die wasserbaulichen Aspekte steht die Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe.

Mit der neuartigen Technik zur Erfolgskontrolle werden tiefere Erkenntnisse über die in der Mosel lebende Fischpopulation gewonnen. Zudem wird das Wanderverhalten der Fische anschaulich vermittelt. „Dies ist ein Meilenstein der technischen Entwicklung zur Erfassung von Fischbewegungen, wofür es bisher nur theoretische Annahmen gab“, so Michael Behrendt, Direktor und Professor der BfG.

Weitere fachliche Informationen: Dipl.-Biol. Bernd Mockenhaupt, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Tel. 0261/ 1306 5941, E-mail: mockenhaupt@bafg.de

Kontakt und Adresse für Belegexemplar: Dipl.-Ing. Benno Dröge, Pressesprecher, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Am Mainzer Tor 1, 56068 Koblenz, Tel. 0261/ 1306-5461, Fax: 0261/ 1306 5333, E-mail: droege@bafg.de

Alfred Hommes | idw
Weitere Informationen:
http://www.bafg.de

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