Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erster globaler Atlas der Biodiversität in Binnengewässern online

29.01.2014
Am 29. Januar wird der erste Online-Atlas zur Biodiversität in Flüssen, Seen und Feuchtgebieten veröffentlicht.

Unter Federführung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) wurde in enger Zusammenarbeit von zwölf internationalen Forschungsinstitutionen und zahlreichen NGOs eine wissenschaftliche Informationsplattform geschaffen, um den Schutz und das Management von Binnengewässern nachhaltig zu unterstützen.


BioFresh Altlas
Bild: IGB

Der Atlas ist frei verfügbar und wird der Öffentlichkeit im Rahmen des „Water Lives Symposiums“ in Brüssel präsentiert, wo Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger gemeinsam über den Erhalt der Biodiversität in Süßgewässern diskutieren.

Binnengewässer zählen zu den artenreichsten Lebensräumen weltweit. Obwohl sie weniger als ein Prozent der Erdoberfläche bedecken, beherbergen sie 35 Prozent aller Wirbeltierarten. Zugleich nimmt die biologische Vielfalt in Flüssen, Seen und Feuchtgebieten viel stärker ab als im Meer oder an Land. Der Politik kommt deshalb die wichtige Aufgabe zu, den Erhalt der Binnengewässer als Ökosysteme mit dem steigenden Wasserbedarf der Energie-, Lebensmittel- und Entsorgungsindustrie zu vereinbaren.

Mit dem globalen Atlas zur biologischen Vielfalt stehen nun verlässliche und empirisch belegte Entscheidungshilfen zur Verfügung. Interessenten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erhalten erstmals einen freien, online verfügbaren und interaktiven Zugang zu geografischen Schlüsselinformationen sowie zu Daten über Lebensräume und die aquatische Artenvielfalt.

Der Online-Atlas verfügt über eine buchähnliche Struktur, welche die Suche in den vier Kapiteln „Status und Prognose der aquatischen Biodiversität“, „Wasserressourcen und Ökosysteme“, „Belastungen von Binnengewässern“ und „Erhalt und Management der Gewässer“ erleichtert. Alle Karten werden durch profunde Hintergrundinformationen ergänzt. Die interaktive Kartenoberfläche ist sehr benutzerfreundlich gestaltet und ermöglicht einen schnellen Wechsel zwischen Karten, Navigation, Zoom und weiterführenden Informationen. Anders als ein gedruckter Atlas kann der Online-Atlas jederzeit erweitert und aktualisiert werden, sobald neue Daten oder Karten verfügbar sind.

Der Atlas wird im Rahmen des Projektes BioFresh erarbeitet, das vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) koordiniert wird. In diesem von der Europäischen Union finanzierten Projekt werden alle verfügbaren Daten über das Leben in unseren Flüssen und Seen gesammelt, um nachhaltige Lösungsansätze für den Schutz und das Management von Binnengewässern entwickeln zu können.

Die beteiligten Wissenschaftler stammen aus zwölf europäischen Forschungsinstituten und werden bei der Entwicklung des Atlas aktiv von internationalen Organisationen unterstützt. Hierzu zählen das GEO Biodiversity Observation Network, die Welt-Naturschutzunion (IUCN), das Global Water System Project (GWSP), Conservation International (CI), Wetlands International, The Nature Conservancy (TNC) und der World Wildlife Fund (WWF).

„Dieser Atlas stellt eine unschätzbar wichtige Grundlage dar, um Prioritäten im Management der Gewässer und zum Schutz ihrer einzigartigen Biodiversität zu setzen. So erfordert der globale Boom im Ausbau der Wasserkraft dringend zuverlässige Daten, um ökologisch und sozial verträgliche Lösungen für die Nutzung von Gewässern zu entwickeln“, sagt Prof. Klement Tockner, Direktor des IGB und Koordinator des Forschungsprojektes BioFresh.

Weitere Stimmen:

Vanessa Bremerich, Entwicklerin des Atlas am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin

„Der Atlas ist ein wichtiges Visualisierungsinstrument, was den Zugang zu Informationen erleichtert und die Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Ergebnissen auf dem Feld der aquatischen Biodiversität erhöht.“

Dr. Will Darwall, Vorsitzender der Gruppe für aquatische Biodiversität der Welt-Naturschutzunion (IUCN), Cambridge

„Der Atlas ist für NGOs, politische Entscheidungsträger und Naturschützer von unschätzbarem Wert. Er hilft dabei, Kernzonen aquatischer Biodiversität zu identifizieren, Schutzzonen zu entwickeln, die negative Effekte von Landnutzungen wie Dämmen zu minimieren und damit letztendlich auch Naturschutzziele zu erreichen.“

Zum IGB:
Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) ist das bundesweit größte Forschungszentrum für Binnengewässer. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V., einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. www.igb-berlin.de
Kontakt:
Vanessa Bremerich und Prof. Dr. Klement Tockner
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin
Tel.: 49-30-64181631
E-Mail: bremerich@igb-berlin.de; tockner@igb-berlin.de
Dr. Astrid Schmidt-Kloiber
Universität für Bodenkultur, Wien
Tel.: +43-1-47654-5225
E-Mail: astrid.schmidt-kloiber@boku.ac.at
Weitere Informationen:
http://www.freshwaterbiodiversity.eu
http://atlas.freshwaterbiodiversity.eu/index.php/explore
http://atlas.freshwaterbiodiversity.eu/index.php/maps
http://atlas.freshwaterbiodiversity.eu/index.php/contribute
http://www.freshwaterbiodiversity.eu
http://atlas.freshwaterbiodiversity.eu
http://www.waterlives.eu/

Gesine Wiemer | Forschungsverbund Berlin e.V.
Weitere Informationen:
http://atlas.freshwaterbiodiversity.eu/
http://www.fv-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Tausende Holztäfelchen simulieren Plastikmüll
23.02.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie