Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Abfall: verwerten oder beseitigen?

03.08.2007
Richtlinie VDI 3460 Blatt 2:
Emissionsminderung - Energieumwandlung bei der thermischen Abfallbehandlung

Die neue von der Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN - Normenausschuss KRdL herausgegebene Richtlinie VDI 3460 Blatt 2 nimmt Bezug auf die Richtlinie VDI 3460 „Emissionsminderung - Thermische Abfallbehandlung“ vom März 2002. Sie beschreibt Methoden der Energiebilanzie­rung bei der thermischen Abfallbehandlung in Monover­brennungsanlagen und bei der Abfall­mitverbrennung in industriellen Prozessen beispielsweise in Kraft-, Zement- oder Stahl­werken.

Die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs hat eine Debatte über die Abgrenzung der energetischen Verwertung von Abfällen zur Beseitigung von Abfällen ausgelöst. Sie führt zwingend auf die Bilanzierung der Energieströme, um im Einzelfall das betrachtete Behandlungsverfahren als „Verwertung“ oder „Beseitigung“ zu qualifizieren. Zur Beurteilung dieser Fragestellung ist die eindeutige Festlegung von Bilanzgrenzen und zugehörigen Stoff- und Energieströmen in der jeweils betrachteten Anlage eine zwing­ende Voraussetzung.

Auf diese Weise wird auch eine energiebezogene Bewertung der Emissionen der therm­ischen Abfallbehandlung im Vergleich mit anderen Prozessen zur Energie- oder Stoffumwandlung ermöglicht. Bei einer Erweiterung des Emissionsbegriffs auf den Ausstoß klimarelevanter Stoffe wird außerdem eine normierte Bewertung der Be- oder Entlastung der CO2-Bilanz durch Verbrennung bzw. Substitution fossiler Energieträger erleichtert. Mit der neuen Richtlinie wird folglich eine Bewertung der durch die thermische Abfallbehandlung bereitgestellten Nutzenergie und der auf diese Weise erreichten Substitution von Primärenergieträgern ermöglicht.

Nicht zuletzt sind mit Hilfe der Richtlinie auch Stoff- und Energiebilanzen für die betriebliche Überwachung und die Optimierung der Behandlungsprozesse verfügbar, sodass die kontinuierliche Ermittlung von Kenngrößen (z.B. Heizwerte oder Wirkungs­grade) im laufenden Betrieb möglich ist.

Die Richtlinie VDI 3460 Blatt 2 ist seit August 2007 in deutsch/englischer Fassung zum Preis von 93,90 € beim Beuth Verlag in Berlin erhältlich. Sie ersetzt den Entwurf vom Mai 2006. Unter der Telefonnummer +49 (0)30 2601-2260 ist der Verlag in Berlin erreichbar. Weitere Informationen sowie Onlinebestellungen sind unter www.vdi.de/richtlinien oder www.beuth.de möglich.

Caesar Sasse | VDI
Weitere Informationen:
http://www.beuth.de
http://www.vdi.de/richtlinien

Weitere Berichte zu: Abfallbehandlung Prozess Richtlinie Substitution

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive