Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bauwirtschaft erfüllt Selbstverpflichtung zum Bauschutt-Recycling

04.06.2007
onitoring-Bericht belegt: 90 Prozent der mineralischen Bauabfälle werden wiederverwertet

Die Deponierung verwertbarer Bauabfälle ist in den zurückliegenden Jahren drastisch zurückgegangen. Nur noch ein Zehntel des Bauschutts landet heute auf Deponien, 1997 waren es noch 50 Prozent. „Es ist ein großer Erfolg für die Bauwirtschaft, dass die ehrgeizigen Ziele der Selbstverpflichtung nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen wurden. Sie hat dadurch das Anliegen einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft optimal umgesetzt und einen bedeutenden Beitrag zur Ressourcenschonung geleistet“, sagte Astrid Klug, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, heute bei der Entgegennahme des 5. Monitoring-Berichtes der ARGE Kreislaufwirtschaftsträger Bau (ARGE KWTB) in Berlin.

Der Vorsitzende der ARGE KWTB, Dr.-Ing. Guntram Kohler, erläuterte, dass in der Bundesrepublik im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre jährlich 218 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle angefallen seien, die zu zwei Dritteln aus Bodenaushub und zu einem Drittel aus Bauschutt, Straßenaufbruch und Baustellenabfällen bestehen. Während Bodenaushub meist unmittelbar verwertet werden könne, bedürfen rund 70 Prozent der übrigen Fraktionen, das entspricht etwa 50 Millionen Tonnen, der Aufbereitung, um die gewünschten Qualitäten für eine Wiederverwendung herzustellen. Kohler hob hervor, dass die Selbstverpflichtung trotz des sich dynamisch ändernden rechtlichen Rahmens kontinuierlich seit 1996 erfüllt werden konnte.

Der 5. Monitoring-Bericht der ARGE KWTB umfasst neben den statistischen Daten des Erhebungsjahres 2004 auch eine zusammenfassende Betrachtung zur Situation der mineralischen Bauabfälle in Deutschland über alle fünf Berichtsbände und damit über die gesamte Laufzeit der Selbstverpflichtung von 1995 bis 2005. Mit der Übergabe dieses Berichts endet die Selbstverpflichtung der Bauwirtschaft gegenüber der Bundesregierung.

Das Auslaufen der Selbstverpflichtung fällt dabei zeitlich mit einem grundlegenden Umbruch der Verwertungsregeln für mineralische Abfälle zusammen, bei dem Länderregelungen durch eine bundeseinheitliche Verordnung ersetzt werden sollen.

„Die Bau- und Recyclingbranche begrüßt die neue Verordnung, da zukünftig durch verbindliche Regelungen mehr Rechtssicherheit für die ausführenden Unternehmen bestehen wird“, kommen-tierte Kohler das laufende Verordnungsverfahren. „Allerdings warnen wir davor, die bisherigen Erfolge bei der Verwertung einem Vorsorgekonzept zu opfern, das keine nennenswerten Verbes-serungen für den Umweltschutz bringt.“ Damit appellierte Kohler an den Verordnungsgeber, sich für einen ausgewogenen Kompromiss zwischen den Anforderungen des Boden- und Gewässerschutzes und einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft einzusetzen. „In den vergangenen zehn Jahren wurden über 2 Milliarden Tonnen mineralischer Bauabfälle umweltgerecht und schadensfrei verwertet. Wir sehen darin die Bestätigung, dass die bisherigen Regelungen ein hohes Schutzniveau garantieren und dass kein Grund für die Verschärfung von Anforderungen besteht“, so Kohler weiter.

Die Parlamentarische Staatssekretärin teilte die Auffassung, dass eine pragmatische Balance zwi-schen den Umweltzielen gefunden werden müsse und betonte, dass „die Bundesregierung der Bauwirtschaft auch weiterhin ihre volle Unterstützung zusage, um die Erfolgsgeschichte der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft im Baubereich fortzuschreiben. Die bereits 16 Monate andauernde Erarbeitung der neuen Verordnung mache aber deutlich, wie schwierig es sei, eine ausgewogene Lösung zu finden.“

Mit Verweis auf die zugesagte Unterstützung der Bauwirtschaft regte Kohler an, die Verordnungsentwürfe frühzeitig an die interessierten Kreise weiterzuleiten, um so die Mitarbeit der Betroffenen einzufordern.

Bezug nehmend auf die dokumentierten Erfolge bei der Verwertung mineralischer Abfälle bekräftigte die Parlamentarische Staatssekretärin, dass die neue Verordnung Anknüpfungspunkte bieten werde, die Selbstverpflichtung fortzuschreiben: „Es ist unser Wunsch, eine Vereinbarung zwischen der Bauwirtschaft und der Bundesregierung einzugehen, um sicherzustellen, dass mit der neuen Verordnung die umweltpolitischen Ziele sicher erreicht werden“, so Klug.

Der 5. Monitoring-Bericht „Bauabfälle“ steht im Internet zum Herunterladen unter der Adresse www.arge-kwtb.de zur Verfügung

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.arge-kwtb.de
http://www.bmu.de/presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

nachricht Mit Drohnen Wildschweinschäden schätzen
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften