Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimaschutz mit Kraftwerken ohne Treibhausgase

07.05.2007
Kraftwerke ohne CO2-Ausstoß rücken im Kampf gegen die Erderwärmung immer mehr in den Blickwinkel des internationalen Klimaschutzes. In Freiberg stellen Experten aus Wissenschaft und Industrie vom 9. bis 12. Mai die neuesten Kraftwerkstechnologien vor, die auf klimaschädliche Emissionen verzichten sollen. Die TU Bergakademie Freiberg forscht dabei schon heute an Zukunftskonzepten, die Emissionsfreiheit bei fossiler Stromerzeugung mit hoher Effizienz verbinden.

Der UNO-Klimabericht 2007 hat es noch einmal bestätigt: die Erde droht am Kohlendioxid-Ausstoß seiner Bewohner zu überhitzen. Um jetzt noch gegenzusteuern, fordern die Vereinten Nationen weltweit CO2-ärmere Energiesysteme. "Einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Treibhausgasen bei der Kohleverstromung kann heute schon die so genannte IGCC-Technologie (Integrated Gasification Combined Cycle) leisten", erklärt Prof. Bernd Meyer, Leiter des Instituts für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (IEC) an der TU Bergakademie Freiberg.

"Bei diesem Verfahren wird die Kohle nicht direkt verfeuert, sondern zunächst bei hohen Temperaturen und hohem Druck in ein Synthesegas umgewandelt. Das bei diesem Prozess entstehende Kohlendioxid kann effizient abgetrennt und einer Endlagerung zugeführt werden."

Auf einer Tagung unter Leitung des IEC, der "2nd International Freiberg Conference on IGCC & XtL Technologies", diskutieren vom 9. bis 12. Mai Experten aus 22 Ländern in Freiberg über die neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet. Besonders der wirtschaftliche Einsatz dieser Technologie bildet einen Schwerpunkt der Vorträge. So stellt die RWE Power AG auf der Konferenz ihre ersten Schritte zu einer kommerziellen Anwendung der emissionsfreien Kohleverstromung vor. "RWE hat bereits im vergangenen Jahr mit seinen Planungen begonnen, das größte CO2-freie Kraftwerk mit IGCC-Technologie in Deutschland zu bauen. 2014 soll es ans Netz gehen. Forschungsergebnisse unseres Instituts sind für diese Technologie von großer Bedeutung", erklärt Prof. Bernd Meyer. Die weltweit größte IGCC-Anlage kommt derzeit in Tschechien zum Einsatz und wird während der Freiberger Konferenz auf der sogenannten "technical tour" besichtigt.

Das IEC koordiniert seit 2005 ein Großforschungsvorhaben der deutschen Industrie und des Wirtschaftsministeriums. Ziel ist es, Zukunftskonzepte für CO2-freie Kraftwerke zu entwickeln. "In unseren Forschungsprojekten haben wir schon die nächste Generation der Kraftwerkstechnologie im Blick. Mit ihr verfolgen wir das Ziel, den Effizienzgrad der Kraftwerke so zu steigern, dass CO2-freie Kraftwerke den gleichen Wirkungsgrad wie heutige konventionelle Kohlekraftwerke erreichen, nämlich bis 45 Prozent." Bisher sind emissionsfreie Kraftwerke in ihre Effizienz deutlich geringer, da ein erheblicher Teil der Nutzenenergie zur Abtrennung des Treibhausgases und zu seiner Verflüssigung benötigt wurde. "Ein weiterer Vorteil der zukünftigen Verfahren wird darin bestehen, dass sich neben Kohle beliebige Brennstoffe einsetzen lassen, wie zum Beispiel auch Biomassen oder Abfälle. Mit der IGCC-Technologie der so genannten dritten Generation erhält Deutschland eine führende Position auf dem Weltmarkt", prophezeit Prof. Bernd Meyer. Das Freiberger Unternehmen "Siemens Fuel Gasification Technologies", einer der ganz Großen auf dem Gebiet der Vergasungs- und IGCC-Kraftwerkstechnik, wird ebenfalls seine neuesten Entwicklungen während der Tagung präsentieren.

KONTAKT:
Prof. Dr.-Ing. Bernd Meyer
Technische Universität Bergakademie Freiberg
Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (IEC)
Reiche Zeche D-09596 Freiberg
Tel.: 03731-39-4511
E-Mail: evt@iec.tu-freiberg.de

Christian Möls | idw
Weitere Informationen:
http://www.iec.tu-freiberg.de/conference/index.html

Weitere Berichte zu: CO2-freie IEC IGCC-Technologie Klimaschutz Kraftwerk Treibhausgas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie