Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Feldhase: Totgesagte leben länger

05.04.2007
Trockene Jahreszeiten helfen Gesamtpopulation

Steigendem Straßenverkehr und eingeschränktem Lebensraum zum Trotz, haben sich die Feldhasenbestände in den vergangenen Jahren wieder erholt. "Gesamthaft gesehen beobachten wir einen aufsteigenden Trend", meint der Biologe Ulrich Voigt vom Institut für Wildtierforschung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover im pressetext-Interview. Voigt zufolge gäbe es lokal allerdings sehr große Unterschiede, die von starken Populationsrückgängen bis großen Populationszuwächsen reichten. Den Umstand, dass der Feldhase in mehreren deutschen Bundesländer sowie in Österreich auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten zu finden sei, bezeichnete er als irreführend.

"Die Rote Liste ist, was die tatsächliche Populationsentwicklung bei Hasen betrifft, nicht aussagekräftig, da sie hauptsächlich auf der Auswertung von Streckendaten basiert. Diese zeigen aber lediglich auf, wie viele Tiere in einem Jagdjahr erlegt werden", meint Voigt. Viele Jäger würden aber freiwillig auf das Strecken von Hasen verzichten, was den Wert verfälsche, so der Wildtier-Experte. Um die Populationsbestände besser erfassen zu können, wurde im Herbst 2000 deshalb in mehreren Hundert repräsentativ ausgewählten Gebieten ein Monitorsystems gestartet. Populationsveränderungen seien aber immer auf eine ganze Reihe von Ursachen zurückzuführen, wie die saisonale Witterung, das Auftreten von Krankheiten oder auch die vorherrschende Prädation durch Greifvögel und andere Beutegreifer, so Voigt.

Für Klaus Hackländer, Feldhasen-Experte der Deutschen Wildtier Stiftung http://www.deutschewildtierstiftung.de , sind die allmählich steigenden Bestandszahlen durchaus als Erfolg der Natur- und Artenschützer zu werten. "Ihnen ist es zu verdanken, dass landwirtschaftliche Brachflächen vermehrt in wertvolle Lebensräume für Wildtiere und Pflanzen umgestaltet werden. Und auch ein Teil der Jäger hat umgedacht und jagt dem Bestand angemessen. Dazu kommt, dass die regenarmen und trockenen Sommer bzw. die trockenen und kalten Winter der letzten Jahre den Feldhasen entgegengekommen sind", ist Hackländer überzeugt.

Auf ein anderes Problem hat indes der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) http://www.vcoe.at in einer aktuellen Aussendung hingewiesen. So fielen allein in Österreich im vergangenen Jahr 40.000 Hasen und Kaninchen dem Straßenverkehr zum Opfer. "Der Lebensraum der Tiere wird durch den massiven Straßenbau immer mehr eingeengt. Wir fordern daher einen Straßenbaustopp in Naturgebieten und den verstärkten Bau von Grünbrücken, mit dem das Wild Straßen sicher überqueren kann", so VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

Für Marcus Börner von der Deutschen Wildtier Stiftung ist der Verkehr zwar für eine nicht unbeträchtliche Zahl getöteter Tiere verantwortlich. Für den Gesamtbestand habe diese Zahl aber keine großen Auswirkungen, so Börner gegenüber pressetext. Auch sei der Verkehr allein kein ausschlaggebender Faktor, der zum Zusammenbruch einer Population führen könne. Witterungsumstände sowie das im Lebensraum vorhandene Nahrungsangebot würden viel größere Auswirkungen auf Populationen zeigen, meint Börner.

Martin Stepanek | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.tiho-hannover.de
http://www.jagdnetz.de/Aktuelles/Naturschutz/Informationssystem

Weitere Berichte zu: Feldhase Hasen Lebensraum Population Wildtier

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie