Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimaschutz: Oldenburg als Forschungsobjekt - CO2 -Reduzierung durch Kommunikationsstrategie

14.12.2006
Mit Hilfe einer "Vernetzungs- und Kommunikationsstrategie" sollen die CO2-Emissionen in der Stadt Oldenburg spürbar gesenkt werden.

Das ist das Ziel eines ambitionierten Forschungsvorhabens an der Universität Oldenburg, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 400.000 Euro gefördert wird und als Pilotprojekt auch für andere Städte dienen soll. ("Klimaschonendes Sanieren, Bauen und Wohnen als Kommunikationsaufgabe"). Geleitet wird das Vorhaben, an dem auch das Oldenburger Kompetenzzentrum Bauen und Energie KoBE e.V beteiligt ist, von dem Wirtschaftswissenschaftler und Nachhaltigkeitsexperten Dr. Niko Paech.

Oldenburg ist als "Forschungsobjekt" besonders geeignet, weil hier der Wärmeenergieverbrauch in Wohngebäuden um fast ein Drittel über dem Bundesdurchschnitt liegt. Die CO2-Emissionen in Oldenburg werden zu 38 Prozent durch den Gebäudebestand verursacht. Grund ist der hohe Anteil an frei stehenden Einfamilienhäusern sowie ein im Vergleich mit anderen Städten extrem hoher Sanierungsbedarf.

Gute Voraussetzungen für das Forschungsprojekt ergeben sich auch dadurch, dass in Oldenburg viele Unternehmen der Bau- und Planungsbranche existieren, die mit nachhaltigem Bauen und Sanieren Erfahrungen haben. Darüber hinaus ist die Stadt dem Klimabündnis beigetreten und hat ein sehr detailliertes Klimaschutzgutachten erstellen lassen, das eine klare Analyse der Energiesituation erlaubt.

In kaum einem anderen Bereich existieren derart hohe Energie- und CO2-Einsparpotenziale wie im Gebäudebestand - bislang weitgehend ohne praktische Konsequenzen (Einsparungen/Sanierungen und Einsatz regenerativer Energie). Obwohl gerade den Kommunen hier eine zentrale Rolle zukommt, sind sie angesichts der angespannten Haushaltslage kaum in der Lage, als maßgebliche Klimaschutzakteure in Erscheinung zu treten.

Bei den Gebäudebesitzern scheitert die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen oft an mangelndem Interesse und Wissen - auch wenn sie ökonomisch vorteilhaft wäre. Dies gilt für die Besitzer von Einfamilienhäusern ebenso wie für größere Bau- und Wohngesellschaften und Gewerbebetriebe. Hier setzt die Vernetzungs- und Kommunikationsstrategie des Projekts an, mit der eine "Sensibilisierung auf breiter Basis" erreicht werden soll. Geplant sind - neben der wissenschaftlichen Begleitforschung - eine ganze Reihe konkreter Maßnahmen, darunter eine Informations- und Beratungskampagne mit speziellen Workshop-Angeboten für Bauinteressierte und Hausbesitzer, die Auslobung eines Wettbewerbs "Wer hat das energiesparsamste Haus in Oldenburg?" sowie eine "gläserne Baustelle", bei der die energetische Sanierung eines Oldenburger Gebäudes verfolgt werden kann.

Als Nebeneffekt dieses Projektes versprechen sich die Initiatoren eine Belebung der Wirtschaft. Denn von Klimaschutzmaßnahmen im Gebäudebereich - insbesondere von einer Sanierungsoffensive - würden viele ortsansässige Unternehmen und nicht zuletzt der lokale Arbeitsmarkt profitieren.

Kontakt: PD Dr. Niko Paech, Lehrstuhl für Unternehmensführung und betriebliche Umweltpolitik, Tel.: 0441/798-4264, E-Mail: niko.paech@uni-oldenburg.de

Gerhard Harms | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-oldenburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie