Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Terramare bestimmt Wasser- und Sedimentqualität in Brasilien

01.11.2006
Das Forschungszentrum ist mit Wasser- und Sedimentuntersuchungen an einem deutsch-brasilianischen Verbundvorhaben zu nachhaltigem Umweltmanagement in brasilianischen Häfen beteiligt.

Das Wilhelmshavener Forschungszentrum Terramare (FTM) ist an einem deutsch-brasilianischen Gemeinschaftsvorhaben zum nachhaltigen Umweltmanagement in brasilianischen Häfen beteiligt, das jetzt bewilligt wurde. Anfang kommenden Jahres beginnen Terramare-Leiter Prof. Gerd Liebezeit und Mitarbeiter im Hafenbereich der 130 000 Einwohner-Stadt Paranaguá im Rahmen ihres Teilprojektes mit den Untersuchungen zu Wasser- und Sedimentqualität.

Das übergeordnete Projekt "Nachhaltiges Umweltmanagement in brasilianischen Häfen" wird von deutscher Seite an der Universität Kiel koordiniert. Gefördert wird der deutsche Bereich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (bmb+f), der brasilianische Anteil des Gemeinschaftsvorhabens wird vom CNPq (Nationalrat für wissenschaftliche und technische Entwicklung) unterstützt.

Am Beispiel zweier wichtiger brasilianischer Häfen wird man ab Frühjahr 2007 breit angelegt zunächst den dortigen Istzustand ermitteln: Untersucht werden Bereiche wie etwa Infrastruktur, Wachstum und Verschmutzung. Die Terramare-Wissenschaftler werden sich in diesem Rahmen mit der Wasser- und Sedimentqualität beschäftigen, genauer: Sie werden im Hafenbereich von Paranaguá im Bundesstaat Paraná Eintragswege und Verbleib bestimmter Umweltschadstoffe untersuchen. Dies geschieht insbesondere auch im Hinblick auf Baggerei- und Verklappungsarbeiten.

Übergeordnetes Ziel des Gesamtvorhabens ist es, auf der Basis aller Untersuchungsergebnisse Strategien für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt in und um brasilianische Seehäfen zu entwickeln. Hier erarbeitete methodischen Ansätze könnten auch vor der eigenen Haustür Anwendung finden, etwa für ein ebenfalls ab 2007 geplantes Verbundvorhaben TERRAMAREs und seiner Mitglieder rund um den Jadebusen. - Im Rahmen des brasilianischen Engagements kooperiert das Forschungszentrum ebenfalls mit Mitgliedseinrichtungen. So wird das ICBM (Institut f. Chemie u. Biologie d. Meeres) der Universität Oldenburg in Teilbereichen der Analytik unterstützend tätig sein.

Der Hafen von Paranaguá steht, aus wirtschaftlicher Sicht, an dritter Stelle aller Seehäfen Brasiliens. Die Frachtbewegungen hatten sich zuletzt in 10 Jahren bis 2003 mit über 33 Mio t mehr als verdoppelt. Geschätzt wird, dass der Frachtbetrieb in dem brasilianischen Hafen bis 2010 etwa 40 Mio t erreicht. Zur Zeit denkt man dort daher über eine Ausweitung der Dockanlagen nach, die allerdings eine Bedrohung für angrenzende, geschützte Mangrovenbestände darstellt.

Bislang gibt es nur wenige Informationen über die Wasserqualität in Bucht und Hafenbereich Paranaguás. Täglich werden hier allerdings fast 50 Mio Liter unbehandelter Abwässer eingeleitet, Paranaguá besitzt keine Kläranlage. Als Folge dieser Verunreinigungen entwickelte sich unter der Bevölkerung 2001 eine ernsthafte Cholera-Epidemie. - Paranaguá ist Brasiliens bedeutendster Getreideexporthafen. Der Hafenbetrieb selbst trägt zu hoher Verschmutzung bei. Es kommt zu Einleitungen aus Ölterminals, bei der offenen Verladung von landwirtschaftlichen Produkten und Düngemitteln fallen beträchtliche Mengen des Schüttgutes in die Bucht und anderes mehr.

Die Terramare-Wissenschaftler werden sich vorrangig der Belastungssituation mit sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Organochlorverbindungen und Schwermetallen, vor allem Kupfer, Blei und Zink widmen. - PAK etwa entstehen als unerwünschte, teilweise krebserregende Nebenprodukte vor allem bei unvollständigen Verbrennungsprozessen (wie etwa auch in den Abgasfahnen von Schiffen). Chlororganische Verbindungen gelangen zum Beispiel aus Pflanzenschutzmitteln, über chemische Reinigungsmittel oder über Vinylchlorid-Produkte in die Umwelt.

Die im Rahmen des Gesamtprojektes erarbeiteten Erkenntnisse werden eine wichtigen Beitrag zur Entwicklung eines integrierten Küstenzonenmanagements in Brasilien leisten. Ende 2009 soll die erste, sich auf Paranaguá (und Rio Grande als zweites repräsentatives Untersuchungsgebiet) konzentrierende Projektphase abgeschlossen sein.

Rückfragen von Journalisten an:
Dr. Sibet Riexinger
Öffentlichkeitsarbeit
Forschungszentrum TERRAMARE
Schleusenstr. 1
26382 Wilhelmshaven
Tel.: 04421 - 944 113
Fax : 04421 - 944 199
E-Mail: sibet.riexinger@terramare.de

Dr. Sibet Riexinger | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-wilhelmshaven.de/terramare/terramar.htm

Weitere Berichte zu: Hafenbereich Umweltmanagement Verbundvorhaben

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Das Schweigen der Hummeln
15.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Nachhaltige Wasseraufbereitung löst Algenprobleme
26.10.2017 | SCHOTT AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte