Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Airline-Boss Branson will Schadstoff-Ausstoß von Jets reduzieren

28.09.2006
Großes Einsparungspotenzial bei Vereinheitlichung der Luftfahrtüberwachung

Der britische Business-Mogul Sir Richard Branson hat ehrgeizige Pläne: Die Emissionen aus dem britischen Flugverkehr sollen um bis zu 25 Prozent verringert werden. Erst vorige Woche hat Branson angekündigt, drei Mrd. Dollar in den Umweltschutz zu investieren. Branson ist Eigentümer der erfolgreichen Fluggesellschaft Virgin Atlantic. Branson hat mit seinem Vorhaben jedenfalls Applaus seitens zahlreicher Umweltorganisationen bekommen. Experten zweifeln aber an der Machbarkeit des Unterfangens, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe.

Das Geld sei keine Spende, sondern eine Investition in die Zukunft der Luftfahrt. "Die Vorschläge mit denen wir kommen, würden mehr als 150 Mio. Tonnen CO2-Emissionen einsparen. Das sind 25 Prozent der Emissionen aus dem globalen Flugverkehr", so Branson. "Jede noch so kleine Änderung ist gut", meint der Experte Douglas Thompson, Leiter des Aerospace Engineering Department der Universität von Glasgow, im pressetext-Gespräch. Bransons Vorschlag die Jets mit Trucks zur Startposition zu bringen anstatt mit eigener Kraft, hält der Wissenschaftler allerdings für eine sehr geringe Treibstoff-Einsparungsmöglichkeit, "vor allem dann, wenn man bedenkt, dass ein solches Flugzeug dann acht bis 12 Stunden unterwegs ist, ehe es am Zielort ankommt." Bransons Vorschlag sei es auch gewesen, den Landeanflug von einer größeren Höhe anzusetzen, das Gewicht bei Cartering-Accesoires und sogar bei der Flugzeugbemalung zu reduzieren.

"Echtes Einsparungspotenzial ist definitiv bei einer verbesserten Air-Traffic-Control zu erreichen, denn das könnte die Zeit bis zur Landung deutlich verkürzen, anstatt Flugzeuge 20 oder gar 30 Minuten in der Luft zu halten, ehe sie landen", so der Fachmann. Das Durcheinander in der europäischen Luftraumüberwachung gehe zu Lasten des Umweltschutzes. "Es ist auch logisch, dass ein sehr großes Flugzeug wie etwa der A380 mit einem Flug zwei kleinere Flüge ersetzen kann." Das bedeute, dass eine Voll-Auslastung solcher großer Jets weniger Flüge erfordert. Hoffnung setzt der Experte auch in die neue Generation der Kunststoff-Rümpfe, die das Gesamtgewicht eines Jets deutlich reduzieren. "Auch die neue Generation von Triebwerken wird für deutliche Treibstoffeinsparungen sorgen." Von den jüngsten Test-Berichten so genannter synthetischer Treibstoffe hält Thompson viel. Die Zukunft von Wasserstoff als Antrieb sei zwar gut, allerdings sei die Lagerung und das Handling dieser Substanz problematisch, erklärt Thompson.

... mehr zu:
»Branson »Flüge »Jets

Bransons Wunsch nach einer derartigen Einsparung ist nach Ansicht anderer Fachleute allerdings unmöglich: Das Ziehen von Flugzeugen zur Startbahn sei ineffizient und würde den Flughafen-Betreibern sicher missfallen, zeigen sich Peter Lockley und Jeff Gazzard von der UK Aviation Environment Federation überzeugt. Auch Gazzard sieht in der Nutzung synthetischer Treibstoffe eine große Chance. Wahrscheinlich nicht praktikabel, aber überlegenswert wäre auch ein "Gänse-Formations-Flug" mehrerer Jets zur Treibstoff-Einsparung, meint Thompson. Dies könne aber nur bei Flugzeugen gleicher Größe und Bauart erfolgen, da ansonsten Luftwirbel zum Absturz eines kleineren Jets führe.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.virgin-atlantic.com
http://www.nature.com
http://www.aero.gla.ac.uk

Weitere Berichte zu: Branson Flüge Jets

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise