Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Projekt fördert neue Ideen für Fischereimanagement

27.06.2006
CEVIS: Öko-Institut untersucht Innovationen in europäischem Forschungsverbund

Ein großer Teil der europäischen Fischerei-Industrie befindet sich in einer Dauerkrise. Viele Fischbestände haben historische Tiefstände erreicht, manche drohen sogar zu kollabieren. Fischerei-Industrie, Naturschützer und andere Interessengruppen kritisieren, dass die "Gemeinsame Fischereipolitik der Europäischen Union" (CFP) nicht die Ergebnisse liefert, die von ihr zu erwarten wären.

2005 haben sich deshalb 13 europäische Forschungsinstitute, darunter das Öko-Institut, in einem auf drei Jahre angelegten Projekt zusammen geschlossen, um Fischerei-Manager und Politiker in der Europäischen Union zu unterstützen. Das Projekt soll neues Denken und Handeln fördern, um Innovationen im europäischen Fischerei-Management zu ermöglichen.

Der Name des Forschungsprojekts ist CEVIS - das steht für "Comparative Evaluations of Innovative Solutions in European Fisheries Management" (http://www.ifm.dk/cevis). Das Projekt, das von der EU-Kommission finanziert wird, vergleicht und bewertet innovative Lösungen im Fischerei-Management. Es soll alternative Managementmethoden für Fischerei-Manager transparent machen, indem es die ökologischen, sozialen, ökonomischen und rechtlichen Konsequenzen neuer Methoden untersucht.

Das Öko-Institut zeichnet verantwortlich für die soziale und juristische Analyse in einem Konsortium unter der Leitung des Institute for Fisheries Management and Coastal Community Development, (IFM, Dänemark). Damit die richtigen Entscheidungen für die Fischerei getroffen werden, müssen die verschiedenen Managementinnovationen und ihre Anwendbarkeit in Europa sorgfältig untersucht werden. Eine Reihe von innovativen Ansätzen sind bereits in Staaten außerhalb der Europäischen Union umgesetzt worden. Dabei handelt es sich unter anderem um die größere Beteiligung von Stakeholdern an Managemententscheidungen, vorab definierte Entscheidungsregeln, genauer zugeschnittene Eigentums- bzw. Zugangsrechte für Fischer sowie um eine Begrenzung des Fischereiaufwandes.

Theoretisch können diese Innovationen auch in Europa umgesetzt werden, aber bislang war es für europäische Fischerei-Manager schwierig, ihre möglichen Vorteile zu beurteilen. Miriam Dross, Juristin und zuständig für das Projekt im Öko-Institut: "Wir hoffen und erwarten, dass CEVIS einen Beitrag dazu leistet, die europäische Fischerei nachhaltiger zu gestalten, indem es den Verantwortlichen Lösungswege aufzeigt - nachhaltiger in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht."

Das Forschungsprojekt nimmt zunächst Neuerung im Fischerei-Management außerhalb Europas unter die Lupe. Dafür werden die Forscher nach Island, Alaska, Kanada und Neuseeland reisen, wo die neue Managementtechniken bereits angewandt werden. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt aber auf den vier europäischen Fallstudien, von denen sich eine - die Faroer Inseln - außerhalb der EU befindet. Weiterhin werden Aspekte des Managements von Grundfisch in der Ostsee, der Kabeljaubestände in der Nordsee sowie von Seelachs und Sardellen im Golf von Biskaya analysiert. Exemplarisch sollen in diesen Gebieten Vor- und Nachteile der innovativen Ansätze für das europäische Fischerei-Management dargestellt werden.

Dazu wird CEVIS eine Bewertungsmatrix entwickeln. Diese soll bei der Beurteilung helfen, wie innovative Ansätze dazu beitragen können, die Ziele der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU zu erreichen. "Neue Ansätze im Fischereimanagement haben nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn sie die soziale Realität beachten, wie die Ressource Fisch bewirtschaftet wird. Die Akzeptanz der Stakeholder und institutionelle Ausgestaltung der Innovationen sind deshalb ein Schwerpunkt des Forschungsprojekts", sagt Franziska Wolff, Politologin und Ökonomin am Öko-Institut.

Das Projekt wird vom Institute for Fisheries Management & Coastal Community Development (IFM) in Dänemark koordiniert. Weitere Projektpartner kommen aus Spanien, Norwegen, Schweden, den Niederlanden, England, Island, Polen sowie aus Brüssel.

Ansprechpartnerinnen:

Miriam Dross LL.M.
wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsbereich "Umweltrecht", Öko-Institut e.V., Büro Berlin

Telefon 030/280486-60, m.dross@oeko.de

Franziska Wolff
wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsbereich "Umweltrecht", Öko-Institut e.V., Büro Berlin

Telefon 030/280486-71, f.wolff@oeko.de

Christiane Rathmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifm.dk/cevis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Versauerung: Wie der Klimawandel die Süßgewässer belastet
12.01.2018 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Tote Bäume haben zahlreiche und treue Begleiter
10.01.2018 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie