Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pudelwohl im rattenkalten Winter: Zoos wollen Exoten Heimatgefühle sichern und trotzdem Energie sparen

21.06.2006
Affen, Löwen und Elefanten einen Besuch abzustatten, steht beim Ausflug in den Zoo obenan. Schwere Umweltthemen wie Ressourcenverbrauch und Energieeffizienz kommen dabei eher selten zur Sprache. Ändern soll sich das jetzt im Nordosten der Republik.

Die Tiergärten Mecklenburg-Vorpommerns wollen zukünftig auch aufzeigen, wie Strom- und Heizkosten eingespart und erneuerbare Energien genutzt werden können. "Unser gemeinsames Ziel ist es, für das klimaschonende Nachahmen in den eigenen vier Wänden zu werben", erklärt Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Anlass: die Übergabe eines Abschlussberichtes heute im Tierpark Stralsund über eine von der DBU mit 25.000 Euro geförderte Studie, die sich mit energetischen Schwachstellen bei Gebäudesubstanz und Haustechnik in den 18 Zoos auseinandersetzt.

Pudelwohl fühlt sich im rattenkalten deutschen Winter unter den Zoobewohnern nur, wen die Natur mit dem Klima angepasstem Fell oder Federkleid ausgestattet hat. Tiere aus tropischen Klimazonen dagegen weht hierzulande oft ein eisiger Wind um Schnabel, Schnauze oder Rüssel. Damit sich die exotischen Tiere auch bei uns heimisch fühlen, wird daher in den Tropenhäusern, Reptilienhallen und Aquarien der Zoos "tierisch" viel Energie verheizt. Dementsprechend hoch sind hier die Einsparpotenziale, wenn Gebäudezustand sowie elektrische und klimatechnische Anlagen in den jeweils optimalen Zustand versetzt werden. In den Zoos Mecklenburg-Vorpommerns sollen hierbei bestehende Probleme demnächst auf der Grundlage der jetzt gesammelten Daten durch eine energetische Sanierung behoben werden. Außerdem gilt es, die modellhafte Versorgung mit erneuerbaren Energien zu demonstrieren.

Spezifische Kommunikationskonzepte sollen die Zoobesucher über Energieeinsparmöglichkeiten und erneuerbare Energien informieren. Denn die Interessengemeinschaft der Tiergärten Mecklenburg-Vorpommerns will nicht nur, dass die 18 Einrichtungen, die sich in dem Dachverband organisiert haben, zukünftig "nachhaltig und energiebewusst" bewirtschaftet werden. Mit ihrer gleichnamigen Landesinitiative wollen die nordostdeutschen Zoos ihre Gäste auch über nachhaltige Energien informieren. "Denn zum verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt gehört auch das nachhaltige Haushalten mit den natürlichen Ressourcen", betont Michael Schneider, Vorsitzender der Interessengemeinschaft und selbst Zoodirektor in Schwerin. Diese Erweiterung ihres umweltpädagogischen Konzeptes könnten die Tiergärten nur dann glaubhaft vermitteln, wenn sie mit gutem Beispiel vorangingen.

... mehr zu:
»Tiergärten »Zoo

"Die Aufklärung über Möglichkeiten, den Ressourcenverbrauch zu drosseln und erneuerbare Energien zu nutzen, stellt eine sinnvolle Erweiterung des Aufgabenspektrums von Zoos dar. Aufgrund ihrer hohen Besucherzahlen und ihres Renommees bei der Wissensvermittlung über die Natur sind sie perfekte Multiplikatoren für den Klimaschutz, der für die DBU-Förderarbeit eine herausragende Rolle spielt," so Brickwedde. Um die Verbreitung erneuerbarer Energien zu unterstützen, förderte die DBU bisher knapp 1.300 Modellprojekte mit insgesamt über 82 Millionen Euro.

Franz-Georg Elpers | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Berichte zu: Tiergärten Zoo

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften