Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Auswirkungen der Fragmentierung auf Wiesen

22.03.2006


Botaniker von der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik haben herausgefunden, dass Konkurrenzdruck nicht alle Pflanzenarten gleichermaßen betrifft. Ihre Forschung wird sich auch weiterhin mit den negativen Einflüssen durch Fragmentierung der Lebensräume befassen.



Auf unserem Planeten treten Veränderungen bei der Landnutzung immer stärker und zudem auch immer schneller in den Vordergrund. Die entstehende Fragmentierung natürlicher Lebensräume übt vielfältige zerstörerische Einflüsse auf die heimischen Ökosysteme aus, besonders auffällig ist die Abnahme der Artenvielfalt und der Populationsdichte. Am Ende ergibt dies in jedem Jahr eine größere Anzahl gefährdeter Arten.



Das Programm für Energie, Umwelt und nachhaltige Entwicklung (EESD - Energy, Environment and Sustainable Development) brachte Wissenschaftler aus ganz Europa zusammen, um die Fragmentierung zu erforschen und herauszufinden, wie man dieser am besten entgegenwirken kann. Die Tschechische Akademie der Wissenschaften erhielt die Aufgabe, den Einfluss von Konkurrenzdruck zu untersuchen, der häufig als Folge der Fragmentierung auftritt.

Ein auslösender Mechanismus für die Rivalität ist der Wegfall von Episiten. Dies ist beispielsweise bei Gräsern und Stauden der Fall, wenn eine Wese nicht mehr beweidet wird. Die tschechischen Botaniker beobachteten über einen Zeitraum von drei Jahren drei mehrjährige Wiesenpflanzen - Centaurea scabiosa (Skabiosen-Flockenblume), Hypochoeris radicata (Gewöhnliches Ferkelkraut) und Succisa pratensis (Gewöhnlicher Teufelsabbiss). Durch selektives Zurückschneiden wurden verschiedene Stufen von Konkurrenzdruck erzeugt. Um herauszufinden, ob die Pflanzengröße dabei eine Rolle spielt, umfasste die Datensammlung den ganzen Lebenszyklus der mehrjährigen Pflanzen.

Als hauptsächlichen Fakt legte die Studie offen, dass Fragmentierung und Zerstörung des Lebensraums die drei Spezies schwer belasteten. Genauer gesagt, waren die Elternpflanzen von Centaurea scabiosa und Hypochoeris radicata stärker betroffen als Prüflinge aus anderen Stadien des Lebenszyklus. Im Gegenteil: Succisa pratensis wurde von dem stärkeren Konkurrenzkampf um Licht, Nährstoffe und Platz nicht beeinträchtigt, auch wenn geringe Veränderungen beim Blütezyklus beobachtt wurden. Bei der Ausarbeitung umweltfreundlicher Methoden der Landschaftsgestaltung sollte dieser Unterschied beachtet werden.

Thomas Herben | ctm
Weitere Informationen:
http://prfdec.natur.cuni.cz/~herben/

Weitere Berichte zu: Fragmentierung Hypochoeris Konkurrenzdruck Lebenszyklus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften