Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Urlaub ohne Auto? Wettbewerbsjury fuhr auf NaturFreunde-Projekt ab

30.01.2006


Die NaturFreunde Deutschland entwickelten mit ihrem Projekt "Einsteigen: naturfreundlich unterwegs!" eine familientaugliche Urlaubs- und Freizeitgestaltung ohne Auto. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstütze die NatuFreunde. Foto: Deutsche Bundesstiftung Umwelt


Der wachsende Freizeit- und Urlaubsverkehr trägt zur Luftverschmutzung bei. Doch es gibt Konzepte, die "schönsten Wochen des Jahres" auch ohne Auto zu verbringen - ausgezeichnete sogar: Für ihr Projekt "Einsteigen: naturfreundlich unterwegs!" wurden die NaturFreunde Deutschlands heute im Rahmen der internationalen Konferenz "Umweltfreundlich Reisen in Europa" in Wien in der Kategorie "Beherbergungsbetriebe" mit Platz eins geehrt. Damit honoriert die Jury eine Kampagne, in der Mitarbeiter von 22 NaturFreundehäusern familientaugliche Urlaubs- und Freizeitgestaltung ohne Auto entwickelten. Mithilfe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) hatten die NaturFreunde die "Aktion Klimaschutz in Freizeit und Erholung" ins Leben gerufen.


"Noch nie in der Geschichte des modernen Tourismus reisten so viele Menschen so häufig und so weit weg. ’Mobil sein’ ist zur Passion geworden", sagte DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde heute in Osnabrück. Und gerade zur Ferienzeit sorgen Verkehrsströme in dichten Kolonnen aus der Stadt für Staus und Stress. Nach Untersuchungen der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR) reicht die Abgasfahne vielbefahrener Straßen bis zu zwölf Kilometer ins Hinterland. Ziel des europäischen Wettbewerbs - im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft von verschiedenen Bundesministerien des Nachbarlandes organisiert - war es deshalb, Praxisprojekte und Initiativen im Spannungsfeld Verkehr und Tourismus aufzuzeigen.

Die Jury suchte nach Aktionen, die Umwelt, Mobilität und Tourismus in Einklang bringen. Die Idee der NaturFreunde setzte sich durch: Deutschlandweit entwickelte der Verein in den vergangenen zwei Jahren Konzepte, um seine Ferienhäuser als Zentren für Naherholung zu positionieren und sowohl Gäste, Mitarbeiter als auch Verbandsmitglieder in Klimaschutzaktivitäten einzubeziehen. "Wir wollen unseren Gästen Mobilitätsalternativen eröffnen, die Umweltschutz ohne Komfortverlust ermöglichen", betont Nina Wettern, Projekltleiterin und Pressesprecherin der NaturFreunde. Freizeit ohne Auto - wie das geht, erarbeiteten größtenteils ehrenamtliche Mitarbeiter.


So organisieren die Vereinsmitglieder eines Selbstversorgerhauses in Hof eine Veranstaltungsreihe zum Thema Klimaschutz, erarbeiteten für eine Broschüre regionale Freizeittipps und schafften für die Gäste Fahrräder an. Gemeinsam mit den NaturFreunden aus Plauen bereiteten die Hofer auch einen familien- und kindertauglichen Ausflug mit Energie vor: Mit den Hausgästen wollen sie im Oktober zu einer Solaranlage, einem Windrad und zu einem Wasserkraftwerk wandern.

"Dadurch dass wir mit regionalen Partnern wie Verkehrsbünden und Tourismusverbänden zusammenarbeiten, erzielen wir eine große Breitenwirkung", erläutert Wettern. Erkennbar sei schon jetzt, dass die guten Beispiele Nachahmer fänden. Eine erfolgreiche Mulitplikation der Idee sei vereinsintern durchaus wirksam: Jährlich beherbergen über 450 Naturfreundehäuser mehr als 1,6 Millionen Gäste. "Da der überwiegende Teil der Urlauber keine Vereinsmitglieder sind, kann die Kampagne neue Zielgruppen auf das Thema Klimaschutz aufmerksam machen", beschreibt Brickwedde das Potenzial eines Urlaubs mit Genuss und Weitblick, aber ohne Auto.

Franz-Georg Elpers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/press/artikel.php?id=1121

Weitere Berichte zu: Klimaschutz Luft- und Raumfahrt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie