Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strom sparen und Geld verdienen - Umweltschutz zahlt sich aus

23.01.2006


"Energie"-Broschüre der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) stellt erfolgreiche Unternehmen vor

Umweltschutz sichert Lebensgrundlagen, schafft Arbeitsplätze und kann auch in Unternehmen Kosten senken. Dessen war sich Bundespräsident Horst Köhler sicher, als er im vergangenen Jahr den Deutschen Umweltpreis übergab: "Umwelt, Wirtschaft und Arbeit gehören zusammen", betonte Köhler in Lübeck. Wie Unternehmen erfolgreich Energie sparen und damit innovative Arbeit leisten - das beschreibt nun eine neue Broschüre der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

"Untersuchungen belegen, dass wir bis zur Hälfte des aktuellen Energieverbrauchs einsparen könnten, ohne auf die gewünschten Leistungen verzichten zu müssen", erläutert DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. In der Broschüre "Energie effizient - wie Industrie und Gewerbe Energie sparen können" weisen 20 Beispiele den Weg hin zu mehr Klima- und Umweltschutz in Unternehmensprozessen.

So sind in deutschen Unternehmen geschätzte 50 Millionen digitale Messgeräte im Betrieb - rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Auch wenn jede einzelne Anzeige nur wenig Strom "frisst", ist der gesamte Energie- und Ressourcenverbrauch angesichts dieser Zahl sehr hoch. Die ERMA-Electronic aus Immendingen (Baden-Württemberg) hat deshalb energiesparende und gleichzeitig recyclinggerechte digitale Multifunktionsanzeigegeräte entwickelt. Das Handy als Vorbild half, um Strom sparen zu können: Bestimmte Bauelemente und entsprechende Software sorgen dafür, dass so zum Messen fast 70 Prozent weniger Energie benötigt werden.

Beim Buchbinden können Unternehmen ihren Energieverbrauch sogar nahezu komplett vermeiden: Die Stuttgarter Firma Ribler bereitet mit einer neuen Technik Papierfasern besonders effektiv fürs Binden vor. Dadurch können die Mitarbeiter dünnflüssigen Kaltleim verwenden, um die einzelnen Blätter mit dem Umschlag zu verkleben. Konventionelle Verfahren nutzen hingegen heißen Leim, der energieaufwändig flüssig gehalten werden muss. Mit Hilfe dieser technischen Innovation können Bücher nicht nur kostengünstiger produziert werden. Das neue Verfahren bringt auch Lesekomfort mit sich: Die Bücher klappen nach dem Aufschlagen nicht automatisch wieder zu.

Die Erfindung der Fa. Ribler beruht auf eine völlig neue Technik der Faserfreilegung im Papier. Durch diese Erfindung wird dünnflüssiger Kaltleim verwendet, der die Bücher haltbarer und billiger verklebt. Der Leser kann die Bücher flach aufschlagen ohne das diese brechen.

Vom Bücher auf- zum Türen zuschlagen: Durchschnittlich 30 Mal am Tag öffnet und schließt ein Fahrer sein Kühlfahrzeug, wenn er Kunden beliefert. Die Lastkraftwagen haben einen hohen Energiebedarf, da sie die Temperatur der Ware konstant halten müssen und ständig warme Luft ins Innere strömt. Mit dem erhöhten Kühlaufwand steigen der Kraftstoffverbrauch und der Schadstoffausstoß. Der Fahrzeughersteller Kiesling aus Dornstadt-Tomerdingen (Baden-Württemberg) entwickelte nun eine variable Isolierwand, die eine bessere Wärmedämmung auch während des Entladens garantiert: Mit Hilfe einer integrierten Pendeltür verringert sich die Zeit, in der warme Luft die Ladung umströmt. Das DBU-Projekt fand schon große Beachtung: Mit dieser Erfindung gewann Kiesling den internationalen "Branchenpreis Trailer Innovation 2005".

Das Klima zu schützen und die begrenzten Ressourcen fossiler Energieträger wie Gas, Kohle oder Öl zu schonen - das sind zentrale Herausforderungen des Umweltschutzes. "Um diesen gerecht zu werden, müssen erneuerbare Energien stärker genutzt, aber auch der Energieverbrauch weiter verringert werden", erläutert Brickwedde. Deshalb unterstütze die DBU diese und andere Unternehmen seit dem Beginn ihrer Fördertätigkeit 1991 darin, Energie sparende Produkte und Verfahren zu entwickeln, erproben und umzusetzen. Speziell in der Energietechnik bewilligte die Stiftung bisher mehr als 700 Projekte mit einem Fördervolumen von über 100 Millionen Euro. Schließlich gilt das Wort des Bundespräsidenten: "Umweltschutz ist nicht Mode, sondern modern."

Die Broschüre kann ab sofort unter www.dbu.de/publikationen bestellt werden.

Franz-Georg Elpers | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Berichte zu: Energieverbrauch Erfindung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Cybersicherheit für die Bahn von morgen

24.03.2017 | Informationstechnologie

Schnell und einfach: Edge Datacenter fürs Internet of Things

24.03.2017 | CeBIT 2017

Designer-Proteine falten DNA

24.03.2017 | Biowissenschaften Chemie