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Zukunft im Treibhaus

30.08.2001


© Fraunhofer ISI - Deutschland ist bei der Reduktion der gut vorangekommen. Verantwortlich für die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen sind Faktoren wie der Umbruch der Industrie in Ostdeutschland, aber politisch eingeleitete Maßnahmen


Deutschland und Großbritannien sind zwei der wenigen Industrieländer, die aus eigener Kraft die Vorgaben des Kyoto-Protokolls erfüllen können. Gründe für den Rückgang der Emission von Treibhausgasen stellen Wissenschaftler in einer Studie dar.

Zwei Schritte nach vorne - ein Schritt zurück. So sieht derzeit die weltweite Klimapolitik aus. Doch die vereinbarten Reduzierungen können auch ohne Schönrechnerei oder Taschenspielertricks erreicht werden. Wie das geht, machen Deutschland und Großbritannien vor. Die beiden Länder sind zwei der wenigen Industriestaaten, die aus eigener Kraft die Vorgaben des Kyoto-Protokolls erfüllen können. In Deutschland ist es in den vergangenen zehn Jahren bereits gelungen, den Ausstoß von Treibhausgasen um 18 Prozent zu reduzieren. 21 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 sollen zwischen 2008 und 2012 insgesamt erreicht werden. Das Vereinigte Königreich strebt eine Reduktion von 12,5 Prozent an. Für den Ausstoß von Kohlendioxid allein haben sich beide Länder noch ehrgeizigere nationale Ziele gesetzt: Deutschland will bis zum Jahr 2005 die CO2-Emissionen um 25 Prozent und Großbritannien bis zum Jahr 2010 um 20 Prozent senken.

Zeigt die Klimapolitik Wirkung? Oder macht sich in Deutschland lediglich die Umstrukturierung in den neuen Bundesländern nach dem Mauerfall bemerkbar, wie vor allem die neue Regierung der USA vermutet? »Die erzielte Reduzierung der Treibhausgase geht nur etwa zur Hälfte auf den glücklichen Umstand der deutschen Einheit zurück«, berichtet Dr. Harald Bradke, Leiter der Abteilung Energietechnik und Energiepolitik am Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI. Ohne den Wiedervereinigungseffekt - auch »wallfall profits« genannt - hat Deutschland seine Emissionen von Treibhausgasen um neun Prozent gesenkt. Das hat eine gemeinsame Studie des Science and Technology Policy Research SPRU und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsförderung DIW unter Federführung des Fraunhofer ISI ergeben. Gezielte politische Maßnahmen wie strenge Wärmeschutzverordnungen, die Förderung erneuerbarer Energien, die Ökosteuer sowie freiwillige Selbstverpflichtungen zur Klima-vorsorge haben entscheidend dazu beigetragen, die Treibhausgase zu reduzieren.

»Unsere Analysen zeigen, dass die in Kyoto vereinbarten Ziele zur Verminderung der Treibhausgase durchaus erreichbar sind. Energieeffiziente Verfahren und Prozesse sind überdies nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern ebenso ökonomisch äußerst interessant«, fasst Bradke die Untersuchungsergebnisse des ISI zusammen. »Doch das haben erst wenige Länder erkannt.«

Ansprechpartner:
Dr. Harald Bradke


Telefon: 07 21/68 09-1 53
Fax: 07 21/68 09-2 72 
hb@isi.fhg.de

Beate Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fhg.de

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