Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Landwirtschaft als Ozon-Verursacher

25.07.2005


Gedüngter Boden trägt mehr zur Luftverschmutzung bei als angenommen


Forscher der Washington State University haben anhand von Satellitenaufnahmen entdeckt, dass die Landwirtschaft sich stärker auf die Luftverschmutzung auswirkt als bisher angenommen. Neben der Luftverunreinigung bewirkt intensive Bewirtschaftung auch noch größere Emissionen von bodennahem Ozon, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins Faraday Discussions.
Das Forscherteam um Lyatt Jaegle von der University of Washington in Seattle hat im Jahr 2000 die Stickstoffoxid-Werte untersucht, die vom Global Ozone Monitoring Experiment (GOME) vom Satelliten der European Space Agency ERS-2 gemessen wurden. Dabei konnten die Wissenschaftler aufgrund der geografischen Position ziemlich genau feststellen, ob es sich um ein Industriegebiet oder eine landwirtschaftlich genutzte Fläche handelte. Der Boden emittiert 8,9 Mio. Tonnen Stickstoff in Form von Stickstoffoxiden. Das entspricht 22 Prozent aller Emissionen der Erde. Die Größeneinheit liegt damit etwa um zwei Drittel höher als bisher angenommen.

Wie nicht anders erwartet, sind die Emissionen aus der Verbrennung von Treibstoffen zu 64 Prozent an den gesamten Emissionen schuld. Hinzu kommen noch große Wald- oder Flächenbrände, die den Rest ausmachen. Forscher haben bereits im Vorfeld Schätzungen angestellt, die davon ausgehen, dass die menschlichen Aktivitäten zu einem extremen Anstieg von Stickstoffoxiden geführt haben. Dieser liegt zwischen drei und sechsmal über jenen Werten in vorindustrieller Zeit.

Stickstoffoxide werden in großer Zahl auch von Mikroben im Boden abgegeben. Sie leben von nicht organischen Stickstoffen wie Ammonium, das in künstlichen Düngemitteln enthalten ist. Die Bodenemissionen waren vor allem in Regionen hoch, in denen große Mengen an Dünger eingebracht wurden. Die Schlussfolgerung beweise aber noch gar nichts, meint Dwayne Heard, Experte für Atmosphärische Chemie von der Leeds University. Randall Martin von der Dalhousie University in Halifax meint, dass zumindest über den Zeitpunkt der Ausbringung untersucht werden könnte, ob es tatsächlich zu einer Verstärkung kommt. Es sei jedenfalls zu gefährlich, die landwirtschaftliche Produktivität durch weniger Dünger zu gefährden.

Die Forscher wollen sich noch nicht festlegen, sondern das Forschungsprojekt, das nun seit sieben Jahren Daten sammelt, weitere drei Jahre ausdehnen. Dann soll die Frage hinlänglich geklärt sein.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.rsc.org/Publishing/Journals/fd/index.asp

Weitere Berichte zu: Dünger Emission Ozon Stickstoff Stickstoffoxiden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Tausende Holztäfelchen simulieren Plastikmüll
23.02.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie