Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

NABU bleibt auf solidem Wachstumskurs

08.08.2001


Der Naturschutzbund NABU bleibt auf einem soliden Wachstumskurs. "Unser Einsatz für den Schutz von Mensch und Natur steht auf einer breiten finanziellen und personellen Basis", sagte NABU-Präsident Jochen Flasbarth bei der Vorstellung des NABU-Jahresberichts 2000. Etwas gedämpfter fiel das Urteil des NABU-Präsidenten zur aktuellen umweltpolitischen Situation in Deutschland aus: Zwar habe die Regierung Schröder einiges bewegt, doch von der Umsetzung des eigenen Klimaschutzprogramms über die Weiterentwicklung der Ökosteuer bis hin zur Verwirklichung der Agrarwende gebe es noch überall reichlich Handlungsbedarf. "Es gilt jetzt, noch mehr Tempo zu machen und die guten Ansätze nicht versanden zu lassen", so Flasbarth.

Mit 30,8 Millionen DM konnte der NABU seine Erträge gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Millionen DM steigern. "Die wichtigste Einnahmequelle waren die Mitgliedsbeiträge in Höhe von 17,6 Millionen DM", erläuterte NABU-Schatzmeister Joachim Wagner. Zur Mitgliederzahl von 353.590 (1999: 260.752) trug neben dem kräftigen Zuwachs von über 10 Prozent in den 15 Landesverbänden vor allem das Zusammengehen mit dem Landesbund für Vogelschutz bei, der nun als NABU-Partner Bayern auftritt. Als herausragend bewertete Wagner die Entwicklung beim NABU Berlin, der mit einem Plus von 130 Prozent gegenüber dem Vorjahr den deutlichsten Zuwachs auf 11.133 Mitglieder verzeichnen konnte.

Knapp 8 Millionen DM investierte der NABU in die Aktivitäten seiner Gruppen und Landesverbände vor Ort. Die naturschutz- und umweltpolitische Arbeit sowie die Unterstützung der NABU-Besucherzentren umfassten im Jahr 2000 ein Finanzvolumen von beinahe 7 Millionen DM. 11,5 Millionen DM waren dem Verband die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Gewinnung und Betreuung neuer Mitglieder und Förderer wert. "Mit einem Anteil von 5 Prozent konnten die Verwaltungskosten auf einem erfreulich niedrigen Niveau gehalten werden", so der NABU-Schatzmeister.

Die Situation der Umwelt- und Naturschutzpolitik in Deutschland bezeichnete NABU-Präsident Jochen Flasbarth als tendenziell positiv: "Die rot-grüne Bundesregierung hat in vielen Bereichen mit der Auflösung eines lähmenden Reformstaus begonnen." Die konkrete Umsetzung allerdings lasse bislang noch viele Wünsche offen, so seien etwa die im aktuellen Entwurf zur Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes formulierten Kriterien für ein nationales Biotopverbundsystem viel zu beliebig. Auch werde sich das nationale Klimaschutzziel ohne entschlossene Maßnahmen im Verkehrssektor oder eine deutliche Reduzierung der Braunkohleverstromung nur schwer erreichen lassen. Die Debatte um die Zukunft der Ökologischen Steuerreform bezeichnete der NABU-Präsident als unverständlich: "Ein erfolgreiches Instrument wie die Ökosteuer darf nie und nimmer kurzfristigen populistischen Erwägungen geopfert werden." Um die vielfältigen Umweltbelastungen nicht nur im Energiebereich auf breiter Front zu verteuern, sei für den NABU die Weiterentwicklung der Ökosteuer zu einer umfassenden Ressourcensteuer unabdingbar.

In der Agrarpolitik forderte der NABU-Präsident eine konsequente Umsetzung der Agrarwende. Das destruktive Verhalten des Bauernverbandes in den letzten Wochen habe deutlich gemacht, dass die Regierung nicht gut beraten sei, wenn sie zu viel Rücksicht auf die alte Bauernlobby nehme. Flasbarth forderte Bundeskanzler Gerhard Schröder auf, seine Forderung nach einem Ende der Agrarfabriken auch durchzusetzen: "Wenn bis zum Jahrestag der Agrarwende der derzeitige Boom der Putenknäste und Schweinefabriken nicht gestoppt wird, ergibt das ein hässliches Bild!" Es sei daher eine der dringlichsten Aufgaben, mit einer Änderung des Baurechts den weiteren Wildwuchs der Agrarfabriken auf der grünen Wiese zu verhindern. Der NABU-Präsident richtete eine deutliche Warnung an die Bundesländer, die Agrarwende nicht zu blockieren: "Niemand sollte annehmen, dass er inkognito wichtige Maßnahmen der Agrarreform bekämpfen kann."

Mit Blick auf die nächste Bundestagswahl forderte Flasbarth die Oppositionsparteien auf, sich wieder am Wettstreit um die beste Natur- und Umweltschutzpolitik zu beteiligen. Union und FDP seien in dieser Frage seit längerem abgetaucht, so der NABU-Präsident: "Die Regierung Schröder könnte noch viel mehr in Bewegung setzen, wenn die Opposition ihre Rolle endlich in der Verbesserung statt in der Behinderung der Umweltpolitik suchen würde." Für die notwendige Entwicklung und Umsetzung einer Politik der Nachhaltigkeit sei es nicht gut, wenn sich ein großer Teil des politischen Spektrums aus der umweltpolitischen Debatte verabschiede.

NABU Pressestelle | ots
Weitere Informationen:
http://www.NABU.de

Weitere Berichte zu: Agrarwende Ökosteuer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index
21.08.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen