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Alte Daten unterstützen neues Flutmodell

15.02.2005


Die enormen Fluten, von denen Europa in den vergangenen Jahren heimgesucht wurde, rückten das dringende Bedürfnis in den Vordergrund, das Ausmaß der Fluten besser vorhersagen und die Nachwirkungen effizienter bewältigen zu können. Die Nutzung langfristiger Flutdaten ist einer der verschiedenen Wege, auf die sich neuartige Pläne zur Abschätzung des Flutrisikos stützen.



Die momentanen Flutaufzeichnungen reichen nur einige Dutzend Jahre zurück. Die Paläohydrologie ermöglicht es den Forschern jedoch, Fluten zu untersuchen, die sich vor bis zu 5000 Jahren ereigneten, und so die gegenwärtig verfügbare Wissensbasis zu erweitern und bessere Schätzungen aufzustellen. Das war das Hauptziel des SPHERE-Projektes der EU, das auf die Entwicklung neuer Methoden zur extremen Fluteinschätzung abzielte.



Die SPHERE-Forscher konzentrierten sich auf die Katalogisierung bedeutender Flutereignisse in zwei Regionen in Frankreich und Spanien. In Spanien führte man Studien zur Paläoflut-Hydrologie des Ter-Flusses stromabwärts der Stadt Gerona durch. Die Forscher sammelten Flutablagerungen im Stauwasser und kombinierten diese mit Keramikspuren der späten Bronzezeit zur genauen Zeitzuordnung. Die Daten zeigten, dass sich nach 1650 n.Chr. drei bedeutende Fluten ereigneten.

Ähnliche Methoden wurden zur Untersuchung des Llobregat-Flusses genutzt. Die Forscher bestimmten zwei Perioden intensiver Fluthäufigkeit - die erste um 2700 v.Chr. und die zweite in der Zeit zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert. Der geschätzte Abfluss zeigte, dass das Ausmaß dieser Ereignisse bedeutend größer war als bei den erst kürzlich aufgezeichneten Fluten.

Nachfolgend wurden die paläohydrologischen Daten von Ter und Llobregat zur weiteren Prüfung mit den gegenwärtigen historischen Daten kombiniert. Dieser Prozess ermöglichte eine genauere Darstellung der Flutereignisse während der gesamten Periode. Durch diese Art von Daten können Forscher das Flutrisiko genauer abschätzen und nützliche Verfahren zur Behandlung von Überschwemmungsgebieten entwickeln. Der Wert dieser Ergebnisse liegt nicht nur in der genauen Vorhersage des Flutausmaßes, sondern auch in der Verbesserung von Flut-Notfallplänen und Plänen zur Eindämmung des Flutrisikos.

Dr. Gerardo Benito | ctm
Weitere Informationen:
http://www.csic.es

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