Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das große Artensterben geht weiter

29.12.2004


Grüne Gentechnik erfüllt Erwartungen nicht



Zehn Jahre nach der Zulassung der ersten genetisch veränderten Lebensmittel sind all jene triumphal angekündigten Neuheiten der grünen Gentechnologie nicht eingetreten. Wie das Münchner Umweltinstitut berichtet, sind aus den verheißungsvollen News eher große Flops geworden.



Dass Gentechnik den Einsatz von Pestiziden vermindert, kann bereits jetzt als falsch bezeichnet werden. Nach Informationen des Biotech-Net müssen bereits sechs Jahre nach dem ersten Anbau der genetisch veränderten Pflanzen 13 Prozent mehr Pestizide versprüht werden als zuvor. Auch der viel gepriesene insektenresistente Bt-Mais, der selbst ein Insektengift produziert, führt nicht zu einem geringeren Einsatz von Pestiziden. Beim Raps ist es sogar dazu gekommen, dass durch Kreuzung der Raps selbst zu einem hartnäckigen Unkraut wird, das gegen alle Totalherbizide resistent geworden ist. Dazu kann der Samen 15 Jahre im Boden keimfähig bleiben. Als Unsinn hat sich auch die Aussage herausgestellt, dass Gentech-Pflanzen die Umwelt schonen. Nach einer Publikation des britischen Department of Environment wurden in einer Langzeitstudie massiv negative Folgen für die Biodiversität festgestellt. Es kam zu einer signifikanten Abnahme von Schmetterlingen in herbizidresistentem Raps und zu einer rapiden Verringerung von Blütepflanzen bei Gen-Raps und Gen-Zuckerrüben.

Zu den größten Enttäuschungen zählt aber die viel gepriesene Ertragssteigerung der Gentechnik: In verschiedenen Studien waren die Ergebnisse eher nüchtern. Sowohl bei Soja als auch bei Raps und Zuckerrüben lagen die Erträge zwischen fünf und zehn Prozent unter den konventionellen Anbaumethoden. Am schlimmsten war der Einbruch bei der transgenen Bt-Baumwolle in Indien: die Erträge brachen um 75 Prozent ein, die Qualität der Fasern war minderwertig. Nach Berechnungen des Saatgutherstellers Syngenta droht den Bauern außerdem ein Wertverfall von fast 20 Prozent pro Hektar Ackerland beim Auftreten resistenter Ackerkräuter. Auch ist der Hunger in der Dritten Welt mithilfe der Gentechnologie kaum zu stillen, wie zahlreiche Expertisen ergeben haben.

Zu dramatischen Nachrichten aus dem Bereich der Ökologie kam es auch wieder in diesem Jahr: Erneut stehen Hunderte Amphibien-, Schmetterlings-, Vögel- und Pflanzenarten vor dem Aussterben. In zahlreichen internationalen Studien wurden die dramatischen Schwunde von Lebewesen beschrieben. Die Gründe dafür liegen einerseits in der Zerstörung der Lebensräume, bei Bioinvasoren, die lokale Arten massiv zurückdrängen, und in der globalen Erwärmung. Obwohl der gesamte Bestand an Tier- und Pflanzenarten immer noch nicht erhoben ist, könnte die Situation eintreten, dass Spezies aussterben, ehe sie wissenschaftlich beschrieben wurden. Derzeit sind zahlreiche Expeditionen damit beschäftigt, die Meere - hier vor allem die Tiefsee - und ökologische Nischen wie etwa die Regenwälder Südostasiens nach neuen Spezies zu durchforsten. Forscher vermuten, dass in den bisher unentdeckten Lebewesen ein großes Potenzial für die moderne Medizin liegt.

Links zum Thema:

Greenpeace: Gentechnologie nutzlos gegen Armut
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040517039

Umweltorganisationen fordern gentechnikfreie Regionen in EU
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040428014

Gen-Pflanzen erobern auch herkömmliche Saat
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040224022

Bio-Invasoren werden zur Chefsache
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040209014

Zahl der bedrohten Tierarten steigt auf 15.000
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=041118038

Schlechte Zeiten für Frösche
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=041015019

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.umweltinstitut.org

Weitere Berichte zu: Gentechnik Gentechnologie Pestizid Pflanzenart Rap

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hochmodernes Forschungsflugzeug fliegt zurzeit über Europa
17.07.2017 | Universität Bremen

nachricht Baumgrenze wird nicht allein durch das Klima bestimmt
03.07.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie