Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alternative Wasserversorgung in einer zunehmend verwüsteten Region

07.09.2004



Verschmutztes Trinkwasser ist nur eine der schädigenden Nebenwirkungen, die sich aus der Misswirtschaft der Wasserressourcen in der Aralsee-Region ergeben. Glücklicherweise werden im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Europa und den Unabhängigen Staaten an der Grenze des Aralsees Maßnahmen unternommen, um diese Situation zu verbessern.


Vor 1960 war der in Zentralasien gelegene Aralsee der weltweit viertgrößte Inlandsee. Die zunehmende Umleitung der Zuflüsse des Aralsees für Bewässerungszwecke hat aber zu einer Abnahme des Volumens und der Oberfläche um mehr als 50% geführt. Durch den Süßwassermangel und dem damit verbundenen Rückgang des Wasserstandes sowie der Freilegung des Seebettes begann in der Region ein Verwüstungsprozess. Außerdem stieg der Salzgehalt des Sees um das Dreifache, wodurch das lokale Ökosystem stark gefährdet wird. Das Kontinentalklima, welches vorher durch den See ausgeglichen wurde, ist desweiteren zunehmend rauer geworden. Die Situation des Aralsees gleicht kurz gesagt einer vielschichtigen ökologischen Katastrophe.

Das Problem geht weit über die nationalen Grenzen hinaus, denn die Bewässerung erfolgt weiter flussaufwärts an den Flüssen Amudarjy und Syrdarja. Im Rahmen des INTAS-Programms der Europäischen Union haben sich Wissenschaftler aus den Unabhängigen Staaten der früheren Sowjetunion in dieser Region sowie aus Europa zusammengefunden, um diese Krise gemeinsam anzugehen.


Eines der vielen Probleme, mit denen die ansässige Bevölkerung zu kämpfen hat, ist die Verunreinigung ihrer Trinkwasservorräte. Die in Wasserproben gefundenen hohen Konzentrationen an giftigen Schadstoffen sind sehr wahrscheinlich eine Folge des Bewässerungsabflusses, der Verwendung von Pestiziden sowie anderen Maßnahmen, die mit den intensiven landwirtschaftlichen Aktivitäten in der Region zusammenhängen.

Zahlreiche Forschungsprojekte wurden für Mess- als auch Modellierungszwecke konzipiert. Hydrometeorologische, hydrologische und hydrogeologische Daten wurden aus den Flüssen, den lokalen Bewässerungssystemen und dem Aralsee selbst zusammengetragen. Die Situationsbewertung wurde durch die Verwendung von numerischen Modellen unterstützt. Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen, dass die Trinkwassernachfrage in der Region mit unterirdischen Quellen wie Grundwasser befriedigt werden kann.

Die Nutzung von Grundwasser ist nichts Neues und wird in ariden Regionen, in denen hochwertige oberirdische Wasservorräte sehr knapp sind, regelmäßig in Betracht gezogen. Mit dem während des Projekts genutzten Ansatz können Nachteile wie Grundwassersenkung, die normalerweise bei der Grundwassernutzung auftreten, vermieden werden. Zukünftige Forschungen werden Antworten auf noch offene Fragen geben. Hierzu gehört zum Beispiel die Frage nach der möglichen Verschmutzung von verfügbaren Grundwasserressourcen durch Salzinfiltration. Durch die Analyse von verschiedenen Abschwächungsstrategien werden die Teilnehmer die Entwicklung der Region außerdem so beeinflussen können, dass sie sich langsam von der ökologischen Katastrophe erholt.

Kontaktangaben:

Iain Muse
Emonument
Goedmoedstraat 18
8310 Assebroek, Brugge, Belgien
Tel: +32476670781
Fax: +32504675475
Email: contact@environmonument.com

Iain Muse | ctm
Weitere Informationen:
http://www.Environmonument.com

Weitere Berichte zu: Aralsee Fluss Grundwasser Wasserversorgung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Den Trends der Umweltbranche auf der Spur
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Etablierung eines Zuchtprogramms zum Schutz der letzten Saolas
17.10.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik