Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tote Zonen im Golf von Mexiko bedrohen Schrimps-Industrie

09.08.2004


30-prozentige Belastungsminderung nicht ausreichend


Forscher an der Universität von Michigan haben herausgefunden, dass der aktuelle Plan der Behörden, die toten Zonen im Golf von Mexiko zu reduzieren, nicht ausreichen, um die Schrimps-Industrie dieser Region zu retten, die jährlich etwa eine halbe Mrd. Dollar erwirtschaftet. Die Wissenschaftler verwendeten drei Modelle um den Sauerstoffabbau zu analysieren und zwei Schlüsselfragen zu beantworten: Einerseits, ob die erweiterten toten Zonen vom Menschen verursacht sind und andererseits, ob die vorgeschlagene 30-prozentige Belastungsminderung von Stickstoff ausreicht, um die Zone auf unter 5.000 Quadratkilometer zu reduzieren, wie die Behörden beschlossen haben.

Die hypoxische Region ist dadurch gekennzeichnet, dass dem Wasser Sauerstoff fehlt, um die Meereslebewesen damit zu versorgen. Im Golf von Mexiko ist dieses Phänomen durch einen übermäßigen Überlandabfluss von Stickstoff verursacht, der von der Landwirtschaft im Mittelwesten herstammt. Laut einem Experten wird die Belastungsminderung von 30 Prozent nicht ausreichen, um die toten Zonen auf 5.000 Quadratkilometer einzuschränken, es wären eher 40 bis 45 Prozent notwendig, um eine Reduktion zu erreichen. Die Verdreifachung der Stickstoffbelastung in den vergangenen 50 Jahren habe demnach zu dem Hypoxie-Problem im Golf von Mexiko geführt.


Hypoxie tritt auf, wenn der Überlandabfluss von Stickstoff Algenblüten verursacht, die auf den Grund des Wassers absinken und von Bakterien abgebaut werden, wobei Sauerstoff verbraucht wird. Das warme Wasser vom Mississippi und vom Atchafalaya legt sich außerdem auf das kältere Salzwasser und verhindert so, dass atmosphärischer Sauerstoff auf den Meeresgrund gelangt. Weil der Sauerstoff schneller verbraucht als zugeführt wird, fallen die Konzentrationen auf den kritischen Level von unter zwei Milligramm pro Liter. Dieser Zustand definiert die Hypoxie und hat bereits in anderen Regionen der Welt zu einem Massensterben von Fischbeständen geführt. Nun ist es von großer Wichtigkeit, die Größe der toten Zonen im Golf zu reduzieren, weil die Region den Lebensraum für Schrimps und andere Flossen- und Schalentiere darstellt.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.umich.edu

Weitere Berichte zu: Belastungsminderung Sauerstoff Stickstoff Zone

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie