Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kanalbau im Donau-Delta gefährdet größtes Feuchtgebiet Europas

13.05.2004


Der große Graben im Donau-Delta




In der Ukraine beginnen heute die Bauarbeiten am Bystroye Kanal im Donau-Delta. Der Bau soll für die Ukraine die Schiffsverbindung von der Donau ins Schwarze Meer verbessern. Der Kanal führt mitten durch das ukrainische Biosphärenreservat Donau-Delta und durchschneidet damit das jüngste, vor unseren Augen wachsende Festland Europas.

... mehr zu:
»Donau »Feuchtgebiet »Kanal »UNESCO


Damit wird dem gesamten 417.800 Hektar großen Donau-Delta, dem größten und wertvollsten Feuchtgebiet Europas, großer Schaden zugefügt. Für Dr. Erika Schneider, Donauexpertin des WWF, stellt das Projekt nicht nur einen Anschlag auf die Natur dar. Der Kanal gefährde zudem die Existenz der lokalen Bevölkerung, die von der Fischerei und dem Natur-Tourismus lebt.

Der WWF befürchtet, dass der natürliche Wasserhaushalt der einmaligen Landschaft durch den Kanal erheblich beeinträchtigt werde. Das größte Schilfgebiet der Welt bietet Laichplätze für Störe und ist die Heimat von Pelikanen und zahlreichen anderen, teils seltenen Wasservögeln. Insgesamt gibt es hier mehr als 320 Vogelarten.

Das Delta liegt im Grenzgebiet Rumäniens und der Ukraine. Es wurde 1990 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt und gehört zu den nach der so genannten Ramsar-Konvention geschützten Feuchtgebieten. Vor drei Jahren haben sich neun Anrainerstaaten der Donau durch eine gemeinsame Erklärung auf eine verstärkte Zusammenarbeit geeinigt, um die einmaligen Naturschätze entlang der Donau zu erhalten.

„Wenn die Ukraine jetzt mit dem Bau ernst macht, verstößt sie gegen zahlreiche internationale Abmachungen. Das Projekt steht im krassen Widerspruch zum vereinbarten gemeinsamen Management von grenzüberschreitenden Flüssen“, kritisiert Erika Schneider. Sie fordert die ukrainische Regierung auf, den Bau umgehend zu stoppen. Was mit finanzieller Unterstützung der Weltbank und anderer internationaler Organisationen in den neunziger Jahren für den Aufbau einer Biosphärenreservatsverwaltung und zur Erhaltung der Biodiversität getan wurde, wird nun zunichte gemacht.

Für den Bau müssen mehr als 1,5 Millionen Kubikmeter Sand und Aushub bewegt werden. Nach der Fertigstellung des Kanals sind weitere Millionenbeträge zu Instandhaltung aufzuwenden, da die permanent angeschwemmten Sedimente immer wieder ausgebaggert werden müssen.

Der WWF und andere Naturschutzorganisationen haben der ukrainischen Regierung Alternativvorschläge unterbreitet. Die Verant-wortlichen haben sich darüber hinweggesetzt und sich für die ökologisch schädlichste Variante entschieden. „Das ist ein Schlag ins Gesicht für eine verantwortliche Flusspolitik.“

Der WWF fordert eine unabhängige Umweltverträglichkeitsprüfung, um eine möglichst umweltverträgliche Lösung zu identifizieren. Alternativen müßten auch mit Experten der Ramsar-Konvention, der UNESCO und der Internationalen Donaukommission diskutiert werden.

Jörn Ehlers | WWF
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

Weitere Berichte zu: Donau Feuchtgebiet Kanal UNESCO

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Tausende Holztäfelchen simulieren Plastikmüll
23.02.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie