Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgesetzte Aquarientiere als schlimmste Bioinvasoren

14.04.2004


Experten warnen vor globalem Handel mit Lebewesen



Anders als bisher angenommen sind nicht Organismen aus Ballastwassertanks die größten Gefahren für die amerikanischen Gewässer, sondern der Menschen, der sich Pflanzen und Tiere in seinem Heimaquarium oder Gartenteich hält. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam im Fachmagazin "Frontiers in Ecology and the Environment", berichtet die Ecological Society of America im Wissenschaftsmagazin Sciencedaily.



Wasserhyanzithen sind populäre Zierpflanzen in stehenden Gewässern. Die Pflanzen, die einst im Amazonas heimisch waren, wurden 1884 das erste Mal in Florida als Zierpflanzen eingeführt. In den 50-er Jahren des darauf folgenden Jahrhunderts waren die Pflanzen eine Pest in allen Kanälen und Binnenwasserwegen des US-Bundesstaates. Die Vernichtung der Hyazinthen kostete Millionen von Dollar. In der Zwischenzeit gibt es die Pflanzen auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis. Am Beispiel dieser Pflanze lässt sich das Ausmaß ökologischer Katastrophen aufzeigen. Die Forscher sehen in der weitgehend gesetzlich unregulierten Industrie die größte Gefahr für die Gewässerökologie.

Die größten Gefahren drohen nach Meinung der Forscher aber durch die große Zunahme an lebenden Korallen, tropischen Fischen und bewachsenen Steinen. Diese stellen für fremde Territorien immense Risiken dar, so Dianna Padilla von der Stony Brook University und Susan Williams vom Bodega Marine Laboratory an der University of California in Davis. Während in Ballastwassertanks alle verschiedenen Arten von Organismen transportiert werden, sind es im Aquarienbereich nur erwachsene, fortpflanzungsfähige Tiere, von denen nur die kräftigsten die langen Transporte überleben. Diese Spezies stellen auch zugleich die größte Bedrohung für heimische Arten dar. Ein ganzes Drittel der von der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) gelisteten 100 im Wasser lebenden gefährlichsten Bioinvasoren stammt aus Aquarien oder offenen Schaubecken. Die beiden Expertinnen fordern daher eine Kontrolle über die Einfuhr von Zierfischen. Gefördert werden sollten weniger stark invasive Arten. Darüber hinaus sollen Vorsichtsmaßnahmen bereits vorher diskutiert werden. Damit könnte ein "Worst Case Scenario" bereits vorab erstellt werden.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sunysb.edu
http://www-bml.ucdavis.edu
http://www.iucn.org

Weitere Berichte zu: Ballastwassertanks Bioinvasoren Gewässer Organismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise