Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein hydraulischer Faradaykäfig zur Isolierung verseuchter Böden

24.06.2003


Die französischen Forschungszentren CEA und CNRS, als auch die Firmen Sogreah, TotalFinaElf und EDF arbeiten gemeinsam an einem Forschungsprojekt, um verseuchte Böden auf eine innovative Weise hydraulisch zu isolieren. Das bereits patentierte Konzept ist ein sogenannter hydraulischer Faradaykäfig.



Die Schadstoffe werden durch den Fluß des Grundwassers transportiert. Um eine Verbreitung der chemischen Substanzen zu vermeiden, muss der verseuchte Boden von dem fließenden Grundwasser isoliert werden. Die klassische Methode ist sehr teuer und kompliziert. Eine Umschließung aus Beton wird rund um den verseuchten Boden der industriellen Anlage gebaut, so dass das verseuchte Bodenwasser blockiert wird und sich nicht im Grundwasser ausbreiten kann.



Im Projekt Hydraufaraday wird diese Isolierung durch einen hydraulischen Faradaykäfig erzeugt. Es handelt sich dabei um eine unterirdische vertikale und horizontale Drainage, die rund um den verseuchten Boden gebaut wird. Das Wasser sucht sich immer den einfachsten Weg und wird über die Drainage um die verseuchte Zone geleitet. Die heutigen Technologien aus der Gas- und Ölförderung machen dies ohne zu hohen Kostenaufwand möglich. Außerdem werden flussabwärts Piezometer installiert, um regelmäßig die Dichtheit zu kontrollieren. Für die Instandhaltung ist nur eine regelmäßige Säuberung der Drainage notwendig, während bei einer Umschließung aus Beton kontinuierlich das Wasser abgepumpt und aufbereitet werden muss. Aus diesem Grund ist die neue Methode wesentlich kostengünstiger.

Dieses neue Verfahren wurde bereits durch numerisches Rechnen bestätigt und wird jetzt bei der Sogreah auf einer Versuchsanlage von 2x1.5x1 m3 erprobt. Bis jetzt sind die ersten Ergebnisse sehr vielversprechend. Das Grundwasser, das ursprünglich in Bewegung war, konnte stabilisiert und blockiert werden und so eine Verbreitung der Schadstoffe vermieden werden.

Mitte 2004 könnte eine Untersuchung an einer natürlichen Anlage in Nordfrankreich beginnen. Gegenüber den Laborversuchen wird dann ein zusätzliches Problem auftauchen: der Regen, der ebenfalls das Grundwasser in Bewegung setzt. Dieses Problem könnte durch das Überziehen der gesamten betroffenen Oberfläche mit einer wasserdichten Schicht gelöst werden.


Kontakt:
Roland Guérin (DEN- CEA/Cadarache)
Email: roland.guerin@cea.fr


Diesen Artikel finden Sie in "Wissenschaft-Frankreich" wieder, einem elektronischen Bulletin über die französische wissenschaftliche Aktualität in deutscher Sprache.
Kostenloses Abonnement per Email : sciencetech@botschaft-frankreich.de mit dem Vermerk " Wissenschaft-Frankreich ".

Die Wissenschaftsabteilung der französischen Botschaft in Deutschland setzt sich für die Förderung der bilateralen Kooperation zwischen Frankreich und Deutschland im Bereich Forschung und Entwicklung ein. Sie arbeitet an einer Verbesserung des Austausches von Informationen zwischen beiden Ländern über die Forschungseinrichtungen, Universitäten, die private Forschung und informiert über die wissenschaftliche Aktualität beider Länder.


Michel Guichard | idw
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand/index.htm

Weitere Berichte zu: Beton Drainage Faradaykäfig Grundwasser Isolierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index
21.08.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen