Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Netzwerk will Stoffkreisläufe schließen

03.03.2003


Verfahren zur Behandlung von Industrieschlämmen wird auf der TerraTec in Leipzig vorgestellt

Im Projekt "Netzwerkmanagement Ost" suchen derzeit Experten der Technische Universität Chemnitz, der Universität Hannover und von neun Unternehmen nach Wegen, wie Stoffkreisläufe mit einer wirtschaftlichen Wieder- und Weiterverwertung so geschlossen werden können, dass erneut verwertbare Stoffe entstehen und somit die EU-Deponieverordnung ab 2005 erfüllt wird. Gefördert wird das dreijährige Forschungsvorhaben durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA), und die Technologieagentur TAC Chemnitz managt das Netzwerk.

Ein Problemfeld, dem sich die Netzwerkpartner widmen, sind Industrieschlämme. Allein davon fallen in Deutschland jährlich etwa zwölf bis vierzehn Millionen Tonnen an. Bisher durften sie auf Deponien entsorgt werden. Doch ab 2005 ist damit laut Gesetz Schluss.

Der Entsorgungs-Dienst Chemnitz CED fand bereits gemeinsam mit Wissenschaftler und Studenten der TU Chemnitz einen kostengünstigen Ausweg. Sie entwickelten ein bereits mehrfach patentiertes Verfahren zur thermischen Behandlung von Industrieschlämmen. "So können aus Walz- und Schmiedezunder oder Schleifschlämmen umweltfreundlich neue Produkte gewonnen werden", erklärt der Projektleiter im Ingenieurbüro der CED Prof. Dr. Hans Lutze. Beispielsweise wurde die Nutzung des behandelten Walz- und Schmiedezunder als so genanntes Abrassivmittelgemisch für das Wasserstrahlschneiden, das kostengünstiger sei als vergleichbare Produkte, bereits in umfangreichen Versuchen erprobt. Weitere Anwendungen ergeben sich beispielsweise als Zuschlagstoffe in Ziegeleien, in der Farbindustrie, als Chemikalien und als Schleifmittel.

Vom 11. bis 14. März 2003 wird dieses Verfahren auf der Internationalen Fachmesse für Umwelttechnik und Umweltdienstleistungen TerraTec in Leipzig vorgestellt. Die Chemnitzer präsentieren sich hier auf dem Neuen Messegelände Leipzig in der Halle 2, Stand G 20 (Gemeinschaftstand "FORSCHUNG FÜR DIE ZUKUNFT").

Das Verfahren lasse sich leicht erklären, meint der am Projekt beteiligte Prof. Dr. Bernd Platzer von der Professur Chemische Verfahrenstechnik der TU Chemnitz: "Der Industrieschlamm wird in einem Reaktor aufgeheizt. Das im Schlamm gebundene Öl und Wasser verdampft dabei und wird in einem luftgekühlten Kondensator in den flüssigen Zustand zurückgeführt. Die entölten Substanzen können im Anschluss einer Wiederverwendung oder Weiterverarbeitung zugeführt werden." Ein Teil der Substanzen wird zur Energieerzeugung für den Prozess genutzt.

Ein Prototyp der Behandlungsanlage steht in Hartmannsdorf bei der Gesellschaft für Verfahrenstechnik BAMO. Deren Geschäftsführer Maximilian Bauknecht erklärt: "Wir werden mit der Anlage etwa vier bis sechs Tonnen Industrieschlamm pro Stunde verarbeiten. Eine Erhöhung des Durchsatzes auf zehn bis zwölf Tonnen pro Stunde ist technisch durch Modulbauweise möglich." Gegenüber Alternativverfahren seien die Maschinenkosten bei diesem Verfahren etwa um das Fünf- bis Sechsfache und die Behandlungskosten pro Tonne etwa um das Drei- bis Fünffache niedriger.

Im "Netzwerkmanagement Ost" sollen darüber hinaus großtechnische stationäre und mobile Anlagen für eine Verwertung weiterer Stoffe wie etwa Papier- und Zelluloseschlämme entwickelt und gebaut werden.

Weitere Informationen: Technische Universität Chemnitz, Professur Chemische Verfahrenstechnik, Prof. Dr. Bernd Platzer, 09107 Chemnitz, Telefon (03 71) 5 31 - 25 01, Fax (03 71) 5 31 - 37 83, E-Mail bernd.platzer@mbv.tu-chemnitz.de

CED EntsorgungsDienst Chemnitz GmbH, Ingenieurbüro, Prof. Dr. Hans Lutze, Fischweg 14, 09114 Chemnitz, Telefon (03 71) 47101-19, Fax (03 71) 47101-30, E-Mail info@ced-Entsorgung.de

Mario Steinebach | TUt Chemnitz

Weitere Berichte zu: CED Stoffkreisläufe Verfahrenstechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie