Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung für Natur, Mensch und Umwelt

20.07.2000


... mehr zu:
»Forschungseinrichtung »IAF

- 10 Jahre Institut für Angewandte Forschung (IAF) der

Fachhochschule Nürtingen -

NÜRTINGEN. (üke) Wie sind die naturräumlichen Bedingungen in Baden-Württemberg für die Landes- und Regionalentwicklung? Mit welchen informationstechnischen Hilfsmitteln kann die Landschafts- und Stadtplanung unterstützt und die Bevölkerung besser informiert werden? Wie kann eine nachhaltige Kulturlandschaftsentwicklung mit Bürgerbeteiligung umgesetzt werden? Wie können Artenvielfalt erhalten, alternative Anbaumethoden gefördert, aus der Agrarnutzung herausfallende Flächen gepflegt und Nutztiere artgerechter gehalten werden? - Mit solchen Fragen beschäftigt sich seit 1990 das Institut für Angewandte Forschung (IAF) der Fachhochschule Nürtingen, das in diesen Tagen sein 10-jähriges Bestehen feiert.

Zum Wintersemester 1989/90 wurde die Forschungseinrichtung gegründet. Unter der Leitung von Professor Dr. Karl-Josef Durwen gingen zunächst vier Professorinnen und Professoren mit Forschungsarbeiten zur "Landschaftsentwicklung und Landschaftsinformatik" neue Wege. Zuvor war dieser Forschungsbereich in Deutschland nicht vertreten, die Forschung war insgesamt an Fachhochschulen noch ein Stiefkind. Die damalige Landesregierung erkannte jedoch, dass gerade die praxisnahe Forschung unterstützt werden müsse. Ein erster Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt des Instituts war die digitale Aufbereitung von landschaftsökologischen Daten, die über mehrere Jahrzehnte vom Institutsmitglied Prof. Dr. Weller erhoben und zusammengetragen worden waren. Daraus entstand ein Landschaftsökologisches Informationssystem und ein Digitaler Landschaftsökologischer Atlas auf CD-ROM.

Heute trägt das IAF die Bezeichnung "Umwelt und Planung" und besteht aus zwei Abteilungen. Unter der Leitung von Professor Dr. Roman Lenz sind über ein Dutzend Professoren und etwa ebenso viele Mitarbeiter - die weitgehend aus Forschungsaufträgen finanziert werden - tätig. In diesem Forschungsfeld ist das eine Größenordnung, die auch im Vergleich mit Universitäten nahezu konkurrenzlos in Deutschland ist. Die Bilanz der letzten 10 Jahre kann sich sehen lassen: 30 bearbeitete Drittmittel-Projekte, ca. 200 Fachpublikationen, ca. 180 wissenschaftliche Vorträge im In- und Ausland, ca. 70 Ausstellungen, Präsentationen, Messebeteiligungen u.ä. in einem halben Dutzend europäischer Länder.

Internationale Zusammenarbeit aber auch regionale Forschungskooperationen sind in der jüngsten Zeit immer wichtiger geworden: Im EU-Projekt VOCAMOD kooperieren acht Forschungseinrichtungen aus vier Ländern. Dabei geht es um die Modellierung flüchtiger Kohlenwasserstoffe von Kronenschichten europäischer Wälder.
In einem vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie geförderten Vorhaben zur Kulturlandschaftserhaltung gehen die Universitäten Hohenheim, Freiburg und die FH Nürtingen in einer mehrjährigen Studie gemeinsam neue Wege. Eine Besonderheit dieses Großprojektes am Beispiel der Region Hohenlohe ist, dass diese Forschungsgruppe aus Baden-Württemberg die Förderung als Sieger eines bundesweiten Wettbewerbes erringen konnte. In dem Projekt werden nachhaltige, das heißt sozial, wirtschaftlich und ökologisch tragfähige Konzepte der Landnutzung entwickelt, erprobt und letztlich umgesetzt. Diese Projekte werden in der Abteilung "Landschafts- und Umweltplanung" bearbeitet, die von Prof. Dr. K.-J. Durwen geleitet wird.

Die Kulturlandschaftspflege ist ein Forschungsbereich der Abteilung "Agrarwirtschaft". Dazu gehört das Projekt "Einsatz von Ziegen in der Landschaftspflege", das über mehrere Jahre von der Bundesstiftung Umwelt unterstützt wird. In dem Projekt werden modellhafte Verfahren zum Einsatz von Fleischziegen in der Landschaftspflege entwickelt. Die Abteilung wird von Prof. Dr. Stanislav von Korn geleitet. Zu den Projekten gehören auch Arbeiten zur Evaluierung pflanzengenetischer Ressourcen, und die Entwicklung tiergerechter Haltungssysteme. Dazu gehören zum Beispiel das "Nürtinger System" (Schweinehaltung) und der "Nürtinger Freiluftstall" (Kälberhaltung), die auch internationale1 Beachtung gefunden haben.

Nach zehn Jahren IAF ist die praxisbezogene Forschung nicht mehr aus der Hochschule wegzudenken. Dutzenden von Absolventen wurde über das Institut für Angewandte Forschung ein erfolgreicher Einstieg in die Berufswelt ermöglicht. Nicht zuletzt ist es ein Verdienst des IAF, dass sich die Fachhochschule Nürtingen in der deutschen Forschungslandschaft einen Namen gemacht hat.

Nürtingen, 18. Juli 2000

Beleg erbeten!

Gerhard Schmuecker |

Weitere Berichte zu: Forschungseinrichtung IAF

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie