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Riesen-Herkulesstaude: Ein Angriff auf die biologische Vielfalt

14.05.2008
In der Natur herrscht zwischen den Arten generell ein ewiger Kampf um Licht, Wasser, Nährstoffe und Raum zum Wachsen. In einem funktionierenden Ökosystem stellt sich optimalerweise ein Gleichgewicht zwischen den Arten ein.

Wird das Gleichgewicht durch äußere Einflüsse gestört, kann dies dazu führen, dass sich einige Arten auf Kosten der anderen vermehren. Bei der Riesen-Herkulesstaude sagt schon der Name, mit welcher Wucht sich diese in fremden Ökosystemen ausbreiten kann. Vor etwa hundert Jahren aus Süd-Ost-Asien "zugezogen", gewann sie schnell die Oberhand und breitete sich rasant aus.

Die Teller- bis Regenschirmgroßen weißen Dolden sitzen auf fast armdicken meterhohen Stängeln und bilden tausende Samen. Vornehmlich an Flussufern, Bahndämmen und Wegrändern, aber auch in Gärten findet man die imposante Pflanze, gegen die sprichwörtlich kein Kraut gewachsen ist.

Eine solche Invasion und rasante Verbreitung von Pflanzenarten geschieht regelmäßig dann, wenn diese aus fremden Ökosystemen eingeschleppt werden und auf für sie günstige Bedingungen treffen, weil beispielsweise in der neuen Umgebung natürliche Gegenspieler fehlen. Dies ist auch ein Grund, weshalb es strikte Aus- und Einfuhrverbote für Pflanzenteile aus fremden (Urlaubs-)Ländern gibt. Eine hübsche, getrocknete Frucht aus Madagaskar kann beispielsweise jahrelang die Wohnung zieren, sich aber dann ausbreiten, wenn sie auf dem Komposthaufen oder der Müllkippe entsorgt wird.

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Vergleichbar mit einem neuen Grippe-Virus, gegen den der Körper noch keine Antikörper gebildet hat, wird die Natur nicht mit dem Eindringling fertig. Die Folge kann eine akute Bedrohung des heimischen Pflanzenbestandes sein und eine Kettenreaktion auslösen: Pflanzenarten verschwinden und damit auch Lebensräume.

Die Herkulesstaude ist überdies giftig: berührt man die feinen Haare, enstehen gefährliche Hautreizungen, die wochenlang anhalten und für Kleinkinder sogar lebensbedrohlich sein können.

Eine effektive Bekämpfung ist auf die Schnelle nicht möglich. Geduld ist angebracht, so die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) in Braunschweig. Eine drei Meter hohe Staude hat eine Pfahlwurzel, die ebenso tief in den Boden reicht, wie die Pflanze hoch ist. Eine frühe Bekämpfung sei daher angebracht. Im Privatgarten sollte man die kleine Pflanze mit einem Spaten oder einem Messer samt Wurzel entfernen.

Hat sich die Pfahlwurzel schon zu tief in den Boden gegraben, ist ein Ausstechen nicht mehr möglich, sondern nur ein Abschneiden. Nur mit jahrelanger Geduld kann man die Pflanzen aus den Gärten wieder entfernen, so die Experten der BBA. Eines sollten Naturliebhaber deshalb unbedingt beherzigen: Pflanzen dort lassen, wo sie hingehören!

Weitere Informationen:
aid-Heft "Artenschutz und Biologische Vielfalt"
Bestell-Nr. 61-1298, Preis: 1,50 Euro, www.aid-medienshop.de
www.aid.de, Rubrik Landwirtschaft/Umwelt + Landwirtschaft/Artenschutz www.bmu.de, Rubrik Themen A-Z/Naturschutz/Biologische Vielfalt

Friederike Eversheim | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de
http://www.aid.de

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