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Globale Erwärmung gefährdet tropische Arten stark

06.05.2008
Vor allem Insekten sind durch Klimawandel bedroht

Die Globale Erwärmung hat negativen Einfluss auf Gesundheit und Bestand tropischer Tierarten, berichten Wissenschaftler von der University of California in Los Angeles. Im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences erläutern die Biogeochemiker die Auswirkungen der erwarteten Erderwärmung, die vor allem Insekten in tropischen Gebiete stark zusetzen werde.

"In den Tropen leben die meisten Organismen, die wir untersucht haben, jetzt im Bereich der für sie optimalen physiologischen Temperaturen", sagt Studienautor und Professor für atmosphärische und ozeanische Wissenschaft Curtis Deutsch. Wenn aber die Erwärmung einsetzte, würde es diesen Arten stetig schlechter gehen, da sie sich auf das heißere Ende der erträglichen Temperaturskala hinbewegen. "Selbst ein kleiner Temperaturanstieg zeigt hier starke Wirkung und hat negativen Einfluss auf das Populationswachstum", so Curtis. Ein Aussterben tropischer Tierarten habe zudem schwere Folgen für die Biodiversität, die sich in den tropischen Klimaten konzentriere. "Dem Ökosystem schadet, was den Insekten schadet. Denn sie erfüllen wichtige Aufgaben für uns Menschen und das Ökosystem, indem sie beispielsweise Pflanzen bestäuben."

Dem aber wirkt die Erwärmung entgegen. Durch den Temperaturanstieg werde die Reproduktionsfähigkeit der tropischen Insekten eingeschränkt. "Wenn sich diese Populationen nicht anpassen können oder migrieren, werden sich ihre Bestände drastisch verkleinern", mahnt Deutsch. Das könne dann unter Umständen auch zum Aussterben von Arten führen. "Aber die Organismen können sich potenziell anpassen. Die Frage ist nur, wie ihre Antwort ausfällt. So könnten sie beispielsweise in Richtung der Pole oder in höhere Lagen ziehen", meint der Wissenschaftler. Denn die Insekten, die in hohen Breiten leben, könnten durch einen leichten Temperaturanstieg zumindest zeitweise profitieren. "Wir denken aber nicht, dass sich diese Auswirkungen nur auf Insektenarten beschränken", warnt Deutsch. Die Datenlage bei Schildkröten, Echsen und Fröschen zeige ähnliche Verläufe wie bei den tropischen Insekten. So werde es diesen Arten in den Tropen weit schlechter gehen als Artgenossen in gemäßigteren Breiten.

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Im Labor hatten Deutsch und seine Kollegen von der UCLA untersucht, wie empfindlich verschiedene Arten gegenüber Temperaturveränderungen sind. "Für Insekten sind die Daten ziemlich umfassend und beinhalten auch Informationen darüber, wie die Temperatur das Populationswachstum beeinflusst", so Deutsch. Anhand von Klimamodellen analysierte das Team dann die möglichen Auswirkungen des Klimawandels in den verschiedenen Regionen der Welt auf die zukünftigen Zuwachsraten bei den Arten. So seien Tiere in den tropischen Gebieten gefährdeteter, als solche in den arktischen Breiten. "Man würde denken, dass eine starke Erwärmung in Alaska größere Auswirkungen auf dort lebende Organismen hat, als ein leichter Temperaturanstieg in Panama oder Costa Rica. Wir haben aber herausgefunden, dass das Gegenteil der Fall ist."

Wie tolerant ein Organismus gegenüber Temperaturschwankungen sei, hinge nämlich maßgeblich von der tatsächlichen Temperaturvariabilität ab, der ein Organismus ausgesetzt ist. In den Tropen fielen diese Schwankungen generell gering aus, da zwischen Sommer und Winter nur geringe Unterschiede bestünden. Deshalb weisen die tropischen Arten nur geringe Toleranz gegenüber Temperaturveränderungen auf, während Arten in höheren Breiten sich an viel größere Unterschiede anpassen müssen. "Das Ausmaß der Klimafolgen hängt also größtenteils davon ab, was wir tun, um die Erwärmung zu verlangsamen", meinen die Forscher.

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucla.edu
http://www.pnas.org

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