Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dunkle Geschäfte mit edlen Hölzern

21.06.2002


WWF-Studie belegt: 13 Prozent aller Holzimporte stammen aus illegalem Einschlag




Rund dreizehn Prozent aller in den G8-Staaten und China erworbenen Holzprodukte stammen aus illegaler Abholzung. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des WWF, die anlässlich des bevorstehenden G8-Gipfels in Kanada vorgelegt wurde. Der WWF dringt auf mehr Transparenz im internationalen Holzhandel. Der Raubau an den Wäldern könne nur gestoppt werden, wenn die betroffenen Staaten verbindliche Richtlinien für einen verantwortungsvollen Holzimport erlassen. Es sei Aufgabe der G8, hier Farbe zu bekennen. Transparenz im Handel sei der erste Schritt, um eine nachhaltige Holzwirtschaft voranzutreiben.



Der WWF-Studie zufolge landen zwei Drittel der weltweit gefällten Bäume entweder als Rohmaterial oder in verarbeiteter Form, sei es als Möbelstück, Essstäbchen oder Papier, in China oder den G8-Staaten (Frankreich, Kanada, Deutschland, Italien, Russland, Japan, die USA und Großbritannien). Der WWF schätzt, dass mindestens 53 Millionen Kubikmeter des in diese Länder importierten Holzes aus illegalen Quellen stammt. Das entspricht 13 Prozent ihres gesamten Holzimports. „In einigen waldreichen Ländern ist der illegale Holzeinschlag sogar weit höher. In Teilen Russlands und in Indonesien kann man davon ausgehen, dass zwischen 60 und 80 Prozent der Bäume illegal gefällt werden“, erläutert Michael Evers, Forstreferent vom WWF Deutschland. In der einen oder anderen Form komme etliches davon auch in Europa auf den Markt.

Für die Naturschutzorganisation sind Reformen im öffentlichen Beschaffungswesen ein Ansatz, um das Problem anzugehen. Der öffentliche Sektor, also Schulen Verwaltungen, Krankenhäuser usw., benötigen in den Industrieländern im Schnitt knapp 20 Prozent des importierten Holzes. „Keiner unserer Minister kann die Hand dafür ins Feuer legen , dass seine Büroeinrichtung nicht aus illegalen Quellen stammt, “ meint Michael Evers. Deshalb sei es höchste Zeit, das Beschaffungswesen in den G8 Ländern umzustellen. Der WWF fordert
die G8 Staaten auf, mit gutem Beispiel voranzugehen. Es müsse sichergestellt sein, dass Möbel, Papier und Bauholz im öffentlichen Bereich nicht aus Raubbau stammen. Um dieses Ziel zu erreichen, empfiehlt der WWF die Zertifizierung nach den international gültigen Kriterien des FSC (Forest Stewardship Council). Darüber hinaus können Regierungen durch bilaterale Handelsvereinbarungen, in denen sich beide Partner zu nachhaltiger Forstwirtschaft verpflichten, helfen, das Dickicht im internationalen Holzhandel zu lichten.


| WWF

Weitere Berichte zu: Beschaffungswesen G8-Staaten Holzhandel Holzimport Transparenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie