Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CO2-Waschverfahren für konventionelle Kraftwerke

05.02.2008
Mit einem neuen Verfahren zur Abtrennung des klimaschädlichen Kohlendioxids sollen konventionelle Kraftwerke in Zukunft umweltfreundlicher betrieben werden.

Der Schlüssel für die effiziente Abscheidung von Kohlendioxid ( CO2 ) ist ein speziell entwickeltes und integriertes Waschverfahren, das nach der Verbrennung bis zu 90 Prozent des Kohlendioxids aus dem Rauchgas entfernen soll. Auf dieser aussichtsreichen Technologie basiert die jüngste Kooperation von Siemens und dem Energieversorger E.ON, um Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen künftig klimafreundlicher zu gestalten.


Knapp ein Viertel der weltweiten CO2-Emissionen entfallen auf die Erzeugung elektrischen Stroms. Deshalb ist die Modernisierung wie auch die Optimierung der Brennstoffumsetzung ein Muss, um die CO2-Emissionen schnell und deutlich zu reduzieren. Großes Potenzial besteht vor allem in Schwellenländern: Allein 2006 gingen in China 174 Kohlekraftwerke der sogenannten 500-Megawatt-Klasse ans Netz, das ist etwa jeden zweiten Tag eines. Das Land verbraucht 30 Prozent der Kohle, die weltweit verbrannt wird. Aber auch in Deutschland sind in den kommenden Jahren 14 Braun- und Steinkohlekraftwerke geplant, die rund 14 Gigawatt Leistung erzeugen sollen.

Siemens entwickelt nun ein chemisches Kohlendioxid-Waschverfahren, das einen geringen Waschmittelschlupf in das Rauchgas und einen niedrigeren Eigenenergiebedarf im Vergleich zu bisher entwickelten Prozessen hat. Die zusätzliche Herausforderung dieses Abscheidungsprozesses – fachlich Post Combustion CO2 Capture genannt – ist, einen guten Kraftwerkswirkungsgrad zu erhalten und dabei die negativen Einflüsse durch schädliche Waschmittelemission zu vermeiden.

Siemens verfügt seit der Übernahme der Axiva im Jahr 2000 (ehemals Hoechst AG) über hervorragende Kompetenz für chemische Prozessentwicklung und Engineering. Ein Laborprototyp ist bereits seit drei Jahren im Industriepark Frankfurt Höchst im Einsatz. Das neue Verfahren und die energetisch optimale Einkopplung in das konventionelle Kraftwerk werden dann 2010 in einer für die spätere Großanlage aussagekräftigen Pilotanlage unter realen Einsatzbedingungen in einem E.ON-Kraftwerk getestet.

Zunächst liegt der Fokus auf Stein- und Braunkohlekraftwerken; für Ergaskraftwerke wird es später eine adaptierte Variante geben. Die Technik soll auch für die Nachrüstung bestehender konventioneller Kraftwerke geeignet sein, sodass diese mit wirtschaftlich vertretbarem Wirkungsgradverlust ebenfalls klimafreundlicher betrieben werden können. (IN 2008.02.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: CO2-Emission Kohlendioxid Kraftwerk Rauchgas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Ins Herz der Blaualgenblüte: IOW-Segelexpedition „BloomSail“ geht an den Start
22.05.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Totes Holz für mehr Leben im See
18.05.2018 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics