Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie geht's weiter mit Kabeljau, Hering und Co?

15.01.2008
308. Reise des Fischereiforschungsschiffs Walther Herwig III vom 17. Januar bis 16. Februar 2008

Vor wenigen Wochen hat der EU-Fischereirat die Fangquoten für 2008 bekannt gegeben, auch die der Nutzfischarten in der Nordsee. Während der Heringsfang reduziert werden muss, darf endlich wieder etwas mehr Kabeljau gefangen werden. Aber wie werden sich die Bestände in der Nordsee entwickeln?

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, verlässt das Fischereiforschungsschiff Walther Herwig III am 17. Januar seinen Heimathafen Bremerhaven, um vier Wochen lang unter der Fahrtleitung von Dr. Gerd Wegner vom Institut für Seefischerei des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI), Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, Hamburg, den Nutzfischbeständen in der zentralen und nördlichen Nordsee nachzuspüren.

Mit der Walther Herwig III nehmen weitere sechs Forschungsschiffe aus Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Schottland und Schweden an diesem "International Bottom Trawl Survey" teil, einem Programm des Internationalen Rates für Meeresforschung in Kopenhagen. Es sieht insgesamt rund 320 Fisch-Hols mit Grundschleppnetzen und 640 Planktonfänge vor. Um vergleichbare Fangergebnisse zwischen den Forschungsschiffen der sieben Länder zu erhalten, sind Fanggeräte und Methoden standardisiert.

Auf der Walther Herwig III hoffen die 10 Wissenschaftler und Techniker trotz des meist stürmischen Wetters zu dieser Jahreszeit knapp 80 Hols ausführen und aufarbeiten zu können. Dazu werden selbst die kleinsten Fische im Netz nach Arten sortiert, gezählt, gemessen und gewogen. Zusammen mit Alter, Geschlecht, Reifegrad und Ernährungszustand entstehen quasi "persönliche Steckbriefe" der Einzelfische auf den Rechnern. Aus den Tausenden von Einzelfisch-Steckbriefen der sieben Schiffe und den Fangdaten aus der kommerziellen Fischerei kann dann auf die derzeit vorhandene Menge der Nutzfischarten Hering, Kabeljau, Makrele, Schellfisch, Seelachs, Sprotte, Stintdorsch und Wittling sowie auf deren Nachwuchs geschlossen werden.

Außer den Schleppnetzfängen am Tage stehen rund 160 nächtliche Plankton- und Fischlarvenfänge auf dem Programm. Von besonderem Interesse ist die Zahl der nur einige Millimeter großen Heringslarven; sie gibt erste Hinweise auf die Stärke des jüngsten Nachwuchses des Nordseeherings und damit auf künftige Fangaussichten.

Die Größe der einzelnen Nutzfischbestände berechnet dann eine Arbeitsgruppe des Internationalen Rates für Meeresforschung nach dem Ende aller Seereisen. Aus diesen Berechnungen entstehen die wissenschaftlichen Empfehlungen für nachhaltige Fangmengen einzelner Arten - die endgültigen Fangmengen für das nächste Jahr werden aber am Ende des Jahres vom EU-Fischereirat in Brüssel festgelegt.

Parallel zu allen Fängen werden auch die Temperaturen, Salzgehalte und Nährstoffe zwischen Meeresoberfläche und Meeresboden erfasst. Denn gerade die Auswirkungen der in den letzten Jahren angestiegenen Wassertemperaturen auf die Verteilungen der Fischarten stellen ein brandaktuelles Forschungsthema dar.

Nähere Informationen gibt der Fahrtleiter der 308. Reise
Dr. Gerd Wegner
Tel.: 040-38905-224
info@ish.bfa-fisch.de
oder auf dem Schiff: Tel.: (Inmarsat A) 00870-7 63 93 60 68, fahrtleiter@wh3.bfa-fisch.de.

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.vti.bund.de

Weitere Berichte zu: Fischereiforschungsschiff Nordsee Nutzfischart

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie gefährlich ist Reifenabrieb?
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Verbreitung von Fischeiern durch Wasservögel – nur ein Mythos?
19.02.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics