Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Abfall als Produkt: Neues Wertstoffkonzept weist Weg in die Zukunft

22.05.2014
  • Mehr Wertstoffe und weniger Restabfälle durch kommunales Rückkonsumzentrum in Mettlach
  • Deutsche Umwelthilfe empfiehlt Umsetzung des neuen Systems in Städten und Kommunen

Wie sich Abfall vermeiden, die Wertstofferfassung erhöhen und das Recycling gleichzeitig verbessern lässt, zeigt die saarländische Gemeinde Mettlach eindrucksvoll mit einem neuen Abfallbewirtschaftungskonzept. Dies belegen aktuell veröffentlichte Zahlen der in Mettlach gesammelten Wertstoffe und des angefallenen Restabfalls für das Jahr 2013.

So konnte das Restabfall- und Sperrmüllaufkommen von 245 kg pro Einwohner in 2011 auf 126 kg in 2013 gesenkt werden. Gleichzeitig wurden im vergangenen Jahr 81 kg Wertprodukte pro Kopf separat erfasst. Das neue Modell revolutioniert die Wertstofferfassung und überzeugt durch seinen einzigartigen Servicegedanken bei der Rückgabe von Abfällen in einem "Rückkonsumzentrum" nach dem Modell "SuperDrecksKescht". Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) hatte die Einrichtung und Umsetzung des einzigartigen Wertstoffkonzepts in Mettlach aktiv unterstützt.

Das im Januar 2013 eröffnete kommunale Rückkonsumzentrum ist mehr als ein Wertstoffhof. Mit dem Konzept hat sich die Gemeinde Mettlach am System "SuperDrecksKescht" aus Luxemburg orientiert, welches Abfall als Produkt begreift und dessen Rückgabe für Verbraucher attraktiv macht. Das System führt zu einer deutlich höheren Rückgabe von Wertstoff- und Problemstoffmengen und gleichzeitig zu weniger Restmüll. Außerdem ermöglicht eine Tauschbörse vor Ort die Weiternutzung gebrauchter Gegenstände, wie z.B. Spielzeug, Bücher oder Möbel.

"So wie wir im Supermarkt Waren kaufen, ist es auch sinnvoll, diese Waren, wenn wir sie nicht mehr brauchen, zurückzugeben - serviceorientiert, sauber und akkurat. Was in Luxemburg in Rückkonsumzentren seit Jahren gängige Praxis ist, wurde erstmals erfolgreich in Deutschland umgesetzt und sollte Schule machen", sagt der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Im Rückkonsumzentrum Mettlach können die Bürger der 13.000-Einwohner-Gemeinde, unterstützt von geschultem Personal, in einer Art "Drive-In-Lösung" ihre Wertstoffe zurückgeben, damit sie korrekt entsorgt oder recycelt werden können. Im Gegensatz zu anderen kommunalen Sammelstellen erfasst das neue Modell Wertprodukte in über 40 Fraktionen sortenrein und trennt sie akkurat nach Material und Inhaltsstoffen. Mit Ausnahme von wenigen Materialien, wie asbesthaltigen Baustoffen, Bauschutt oder Altreifen ist die Rückgabe der Wertstoffe kostenfrei.

"In Deutschland fallen pro Kopf und Jahr 193 kg Restmüll an. Abfallvermeidung sieht anders aus. Das Mettlacher Modell bietet einen perfekten Verbraucherservice und dient als Vorbild für andere deutsche Städte und Gemeinden. Mit dem Rückkonsumzentrum lässt sich die Restabfallmenge erheblich senken und gleichzeitig die Menge der getrennt erfassten Wertstoffe erhöhen", sagt der DUH-Bereichsleiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Durch das neue Abfallbewirtschaftungskonzept konnte die Stadt Mettlach in 2013 das Restabfall- und Sperrmüllaufkommen im Vergleich zu 2011 mehr als halbieren. Die separat erfasste Menge an Wertprodukten liegt mit 81 kg pro Einwohner über normalerweise erreichten Werten. Auch die Rücknahmemengen von Problemstoffen und Elektroaltgeräten sind in Mettlach deutlich höher als der bundesdeutsche Durchschnitt. So konnten 2013 in Mettlach pro Einwohner 3,5 kg Problemstoffe und ca. 10 kg Elektroaltgeräte gesammelt werden. Im Vergleich dazu liegen die bundesweiten Sammelmengen pro Kopf und Jahr für Problemstoffe lediglich bei 1 kg und für Elektroaltgeräte bei 8 kg.

Bürger, die ihre Wertstoffe im Rückkonsumzentrum abgeben, sparen darüber hinaus Abfallgebühren für den eigenen Haushalt. Ein in Mettlach eingeführtes Abfall-Ident- und Verwiegesystem erfasst das Gewicht jeder einzelnen Restabfalltonne bei der Entleerung und berechnet individuelle Abfallgebühren anhand der tatsächlichen Restmüllmenge. Das schafft einen ökonomischen Anreiz für die Bürger, Abfälle getrennt zu sammeln und beim Rückkonsumzentrum abzugeben. Denn: Je leichter die Restabfalltonne, desto geringer die Abfallgebühren.

Pressekontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer

Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft

Mobil: 0151 18256692, E-Mail: fischer@duh.de

Daniel Hufeisen, Pressesprecher

Tel.: 030 2400867-0, E-Mail: hufeisen@duh.de

Daniel Hufeisen | DUH Presse
Weitere Informationen:
http://www.duh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften