Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Am 5. Dezember ist Weltbodentag – DBU ruft zu konsequentem Schutz des wertvollen Elements auf

04.12.2013
Boden „achten und schützen“ und „für nächste Generationen sichern“

Der Boden ist ein wichtiger Klimaretter, schützenwertes Gut, wertvoller Lebensraum: Er speichert und filtert Grundwasser, bietet Nahrung für Mensch und Tier und sorgt für biologische Vielfalt.


Die in der Tierhaltung anfallende Gülle kann ein wichtiger Stickstoffdünger sein, wenn ihr Ausbringen in den richtigen Vegetationsphasen und mit der richtigen Technik erfolgt.

© Altmann, Karl-Heinz/piclease

„Wir müssen ihn achten und schützen, um seine Eigenschaften zu bewahren und für die nächsten Generationen zu sichern“, sagt Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), anlässlich des Weltbodentages am Donnerstag. Neben dem zunehmenden Flächenverbrauch stelle der vermehrte Eintrag von Schad- und Nährstoffen auch aus der Landwirtschaft das größte Problem für den Erhalt „gesunden“ Bodens dar.

Über 50 Prozent des deutschen Bodens würden landwirtschaftlich genutzt, 30 Prozent seien mit Wald bedeckt, Siedlungs- und Verkehrsflächen verteilten sich auf knapp 13 Prozent, Wasser- und sonstige Flächen kämen auf zwei Prozent, sagt Bottermann und bezieht sich damit auf die Angaben des Sachverständigenrats für Umweltfragen. In den vergangenen Jahrzehnten sei der Flächenverbrauch in Deutschland zwar gesunken. Täglich werden in Deutschland rund 74 Hektar als Siedlungs- und Verkehrsflächen neu ausgewiesen – das entspricht einem Flächenverbrauch von rund 103 Fußballfeldern. Die Bundesregierung strebe in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie bis 2020 einen täglichen Verbrauch von maximal 30 Hektar an. „Davon sind wir noch weit entfernt. Zudem wird oft unterschätzt, dass beanspruchter Boden viele hundert Jahre braucht, um sich neu zu bilden.“

Ein Schritt in die richtige Richtung sei deshalb eine nachhaltigere Landwirtschaft, die den Bodenschutz umfassend berücksichtige. Die in der Tierhaltung anfallende Gülle könne ein wichtiger Stickstoffdünger sein. Dazu sei es erforderlich, dass ihr Ausbringen in den richtigen Vegetationsphasen und mit der richtigen Technik erfolge. Dadurch werde vermieden, dass Stickstoffverbindungen in die Luft gelangten, und nicht als Nährstoff an die Pflanzenwurzeln. Untersuchungen zu neuen Verfahren der Gülledüngung führten zum Beispiel die Hochschule Osnabrück mit der Georg-August-Universität Göttingen mit DBU-Hilfe durch.

Ein weiteres Problem sei die Verdichtung des Bodens durch schwere Maschinen und Geräte in der Landwirtschaft. Beim Befahren des Ackers, zum Beispiel bei zu hoher Bodenfeuchte, störten die Fahrzeuge das Wurzelwachstum und beeinträchtigten den Luftaustausch im Boden sowie das Wasseraufnahme- und -speichervermögen. Das wiederum behindere den vorbeugenden Hochwasserschutz und erhöhe die Erosionsgefahr. Um die Belastungen zu verringern, müssten Reifen von Traktoren und anderen landwirtschaftlichen Fahrzeugen groß, breit und weich sein. Dagegen sei auf der Straße ein höherer Reifendruck Voraussetzung für sicheres Fahren und einen geringeren Dieselverbrauch. Zu einer bodenschonenden, energieeffizienten und wirtschaftlicheren Lösung sei die Fachhochschule Südwestfalen mit dem Entwickeln eines Reifenreglers gekommen, der den Reifendruck automatisch an den befahrenen Untergrund anpasse. Mittlerweile werde diese mit DBU-Förderung umgesetzte Technik nicht nur von deutschen, sondern auch von internationalen Herstellern eingebaut.

„Um die Biodiversität zu fördern und zu erhalten, sind Naturflächen von großer Bedeutung“, so Bottermann. Im Koalitionsvertrag 2005 sei beschlossen worden, 125.000 Hektar national bedeutsame Flächen an Länder, DBU und Naturschutzverbände zu übergeben. Die DBU Naturerbe GmbH als DBU-„Tochter“ sichere und betreue bisher 47 Flächen mit insgesamt rund 60.000 Hektar. Das durch militärische Übungen entstandene Offenland werde durch regelmäßige Pflege als Rückzugsraum für seltene Arten erhalten. Naturnahe Laubmischwälder könnten sich ohne Einfluss des Menschen zu neuer Wildnis entwickeln. Artenarme Nadelholzforste würden zunächst schrittweise in naturnahe Wälder überführt. Feuchtgebiete würden durch das Wiederherstellen des natürlichen Wasserhaushaltes ökologisch aufgewertet und bewahrt.

Bottermann: „Es ist dringend notwendig, sich die wichtige Funktion des Bodens als Lebensgrundlage und -raum bewusst zu machen, ihn mit entsprechenden Maßnahmen zu schützen und so für die nächsten Generationen zu erhalten.“

Franz-Georg Elpers | DBU-Presseabteilung
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/123artikel35008_335.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften

Diabetesforschung: Neuer Mechanismus zur Regulation des Insulin-Stoffwechsels gefunden

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie