Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zahl der Malariaerkrankungen in Afrika hat sich seit dem Jahr 2000 halbiert

17.09.2015

Der Kampf gegen die tödliche Krankheit Malaria ist erfolgreich. In den letzten 15 Jahren gingen die Malariainfektionen in Afrika dank Insektizid-behandelten Moskitonetzen, medikamentöser Behandlung und Moskitobekämpfung um die Hälfte zurück. Das zeigt eine heute in der renommierten Zeitschrift Nature publizierten Studie mit Beteiligung des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH). Doch die Wissenschaftler warnen: Um die Erfolge auch in Zukunft zu sichern, ist zumindest eine Verdoppelung der finanziellen Anstrengungen notwendig.

Neue Medikamente, Moskitonetze und Mückenbekämpfung: In den letzten 15 Jahren wurde der Kampf gegen die tödliche Infektionskrankheit in Afrika intensiv geführt.

Wissenschaftler des Malaria Atlas Projects der Universität Oxford mit Beteiligung des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts zeigen: Insektizid-behandelte Moskitonetze, Behandlungen mit Medikamenten und das Versprühen von Insektiziden in Innenräumen verhinderten 660 Millionen Malariafälle seit dem Jahr 2000. Die Infektion mit Plasmodium falciparum, dem tödlichsten aller Malariaerreger, ging um die Hälfte zurück und die Fälle klinischer Malariaerkrankungen um 40%.

Das internationale Team des Malaria Atlas Projects wertete Gesundheitsdaten von über 30’000 Orten in Afrika südlich der Sahara aus. Mit Hilfe von Computermodellen errechneten sie, welchen Einfluss die Kontrollstrategien auf die Erkrankung an Malaria ausüben.

Insektizid-behandelte Moskitonetze zeigen gemäss dieser Analyse den grössten Einfluss auf den Rückgang klinischer Malariafälle (68%), gefolgt von anderen Interventionen wie die medikamentöse Behandlung (19%) oder dem Einsatz von Insektiziden in den Häusern (13%).

«Trotz der vielen Gelder, die in die Malaria-Kontrolle geflossen sind, war unser Verständnis darüber sehr lückenhaft, was diese Investitionen bewirken, » sagt Professor Pete Gething aus Oxford. Die nun veröffentliche Analyse zeigt eindrücklich, wie effektiv diese Massnahmen der internationalen Gemeinschaft gegriffen haben. «Malaria-Kontrolle ist eine der effektivsten und intelligentesten Formen von Entwicklungshilfe, » sagt Studienleiter Pete Gething.

Trotz dieser Erfolge leben noch immer Millionen von Menschen in Afrika mit dem Risiko, an Malaria zu sterben. Zudem: Das Auftauchen neuer Resistenzen gegen Medikamente und Insektizide droht den Fortschritt bei der Malariabekämpfung zunichte zu machen. Es brauche daher für die globalen Entwicklungsstrategien bis ins Jahr 2030 zumindest eine Verdoppelung der Anstrengungen, um den Erfolg langfristig zu sichern.

Die heute publizierte Studie ist auch Grundlage für einen Bericht der Weltgesundheitsbehörde WHO und UNICEF, die die Erfolge der Malariabekämpfung aus der Perspektive der Millennium Development Goals (MGDs) beleuchtet. Diese Studie wird morgen Donnerstag in London vorgestellt.

Mehr Informationen zum Malaria Atlas Projekt mit interaktiven Karten finden sich auf: http://www.map.ox.ac.uk.

Studie
The effect of malaria control on Plasmodium falciparum in Africa between 2000 and 2015. S. Bhatt, D. J. Weiss, E. Cameron, D. Bisanzio, B. Mappin, U. Dalrymple, K. E. Battle, C. L. Moyes, A. Henry, P. A. Eckhoff, E. A. Wenger, O. Briet, M.A. Penny, T. A. Smith, A. Bennett, J. Yukich, T. P. Eisele, J. T. Griffin, C. A. Fergus, M. Lynch, F. Lindgren, J. M. Cohen, C. L. J. Murray, D. L. Smith, S. I. Hay, R. E. Cibulskis & P. W. Gething, Nature. 2015, doi:10.1038/nature15535.

Olivier Briët, Melissa A. Penny und Thomas. A. Smith sind Forschende am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut und assoziiert mit der Universität Basel.

Medienkontakte
Christian Heuss, Leiter Kommunikation, Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut Swiss TPH. Tel +41 61 284 86 83, christian.heuss@unibas.ch

Über das Swiss TPH
Das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) ist die grösste Institution der Schweiz im Bereich Public- und Global-Health. Durch Forschung, Lehre und Umsetzungsprogramme trägt das Swiss TPH zur Verbesserung der Gesundheit weltweit bei. Ein spezieller Fokus der Aktivitäten liegt in einkommensschwachen Ländern. Zu den Kernthemen gehören Infektionskrankheiten der Armut (Malaria, Tuberkulose, Wurmerkrankungen), Gesundheitssysteme und ihre Entwicklung, sowie die Auswirkungen von Umweltfaktoren auf die Gesundheit. Das Swiss TPH ist eine öffentlich-rechtliche Institution assoziiert mit der Universität Basel. http://www.swisstph.ch

Dr. Christian Heuss | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics