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Wohnraumversorgung für einkommensschwächere Haushalte: Kommunen setzen auf Instrumentenmix

30.07.2014

Studie vergleicht Strategien der wachstumsstarken Großstädte

Die Diskussion um soziale Wohnungspolitik und bezahlbares Wohnen hat wieder an Bedeutung gewonnen. Einige größere Kommunen ergänzen die soziale Wohnraumförderung der Länder inzwischen mit eigenen Ansätzen und Programmen, um mehr Wohnungen für einkommensschwächere Haushalte bereitstellen zu können.


Im Fokus der Analyse: München, Frankfurt am Main, Köln, Stuttgart und Hamburg

BBSR

Förder-, Anreiz- und regulatorische Instrumente ergänzen sich dabei. Um die starke Nachfrage nach Wohnraum zu bedienen, ist mehr Neubau erforderlich. Das geht aus einer vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) veröffentlichten Studie hervor. Im Auftrag des BBSR hatte das Forschungsinstitut Quaestio Forschung & Beratung Strategien der wachstumsstarken Großstädte München, Frankfurt am Main, Köln, Stuttgart und Hamburg untersucht.

Die Veröffentlichung bietet einen strukturierten Überblick wohnungspolitischer Maßnahmen der Kommunen wie die Baulandbereitstellung, den Umgang mit Belegungsrechten und die aktive Rolle kommunaler Wohnungsunternehmen.

Da private Investoren im geförderten Wohnbau zurückhaltend agieren, setzen die Kommunen zunehmend auf baulandpolitische Instrumente, um das Angebot auszuweiten und die soziale Mischung in den Quartieren zu fördern. So müssen in München und Stuttgart Grundstückseigentümer und Investoren bei neu geschaffenem Wohnbaurecht einen festen Anteil an Sozialwohnungen vorsehen. In Hamburg werden städtische Grundstücke nach Konzeptqualität des Vorhabens vergeben. Soziale Kriterien spielen bei der Auswahl eine wichtige Rolle.

Wegen des starken Drucks auf die Wohnungsmärkte haben Frankfurt, München und Stuttgart über die soziale Wohnraumförderung der Länder hinaus eigene Förderprogramme aufgelegt.

Umgesetzt werden unter anderem Maßnahmen der Mietpreis- und Belegungsbindungen im Bestand. Die Nachfrage der Wohnungseigentümer nach diesen Programmen bleibt der Studie zufolge verhalten. Außerdem sind sie für die Kommunen mit vergleichsweise hohen Kosten verbunden.

Die Ergebnisse der Forschungsarbeit zeigen, dass die Kommunen über einen differenzierten Instrumentenmix verfügen, dieser aber immer auf den lokalen Wohnungsmarkt zugeschnitten werden muss. Die Veröffentlichung ist kostenfrei im BBSR erhältlich und kann per E-Mail an die Adresse forschung.wohnen@bbr.bund.de angefordert werden. Eine PDF-Version steht unter www.bbsr.bund.de zum Download bereit.

Download
http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Home/Topthemen/DL_KommunaleStrategien.html

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (Hrsg.): Kommunale Strategien für die Versorgung einkommensschwächerer und sozial benachteiligter Haushalte, 127 S., Bonn 2014.

Kontakt
Christian Schlag
Stab Direktor und Professor
Tel. :+49 228 99401-1484
christian.schlag@bbr.bund.de

Ana Maria Müther
Referat II 12 – Wohnen und Gesellschaft
Telefon +49 228 9940-2213
annamaria.muether@bbr.bund.de

Folgen Sie dem BBSR auf Twitter: http://www.twitter.com/bbsr_bund

 
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Es berät die Bundesregierung bei Aufgaben der Stadt- und Raumentwicklung sowie des Wohnungs-, Immobilien- und Bauwesens.

Christian Schlag | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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