Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaft als (Traum)Beruf?

30.11.2010
Wie bewerten Nachwuchswissenschaftler/innen ihre berufliche Situation

Als interessant und erfüllend beschreiben junge Akademiker/innen ihre berufliche Tätigkeit in der Wissenschaft. Forschung zu betreiben, bedeutet für viele von ihnen, in hohem Maße selbstbestimmt und von den eigenen Interessen geleitet zu arbeiten. Doch wer sich längerfristig für eine Karriere in Wissenschaft und Forschung entscheidet, muss in der Regel eine Reihe von Unsicherheiten und Unwägbarkeiten in Kauf nehmen, denn der Weg zu einer Professur ist in Deutschland nur schwer planbar.

Diese und weitere Ergebnisse stammen aus einer neuen Studie des HIS-Instituts für Hochschulforschung (HIS-HF), die sich damit befasst, wie Nachwuchswissenschaftler/innen an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland ihre berufliche Situation beurteilen und wie viele Doktorand/inn/en und Post-Docs tatsächlich dauerhaft in der Wissenschaft tätig sein wollen.

Die Befragungsergebnisse belegen, dass Projektarbeit und zeitlich befristete Arbeitsverträge demnach die berufliche Situation junger Wissenschaftler/innen in Deutschland bestimmen – und zwar weitgehend unabhängig davon, ob sie sich noch in der Promotionsphase befinden oder bereits promoviert sind. In den Einschätzungen der befragten Nachwuchswissenschaftler/innen wird deutlich, dass insbesondere die Planbarkeit der Karriere und die Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der Wissenschaft kritisch beurteilt werden. Ähnliches gilt auch für die Möglichkeit, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Insbesondere Wissenschaftlerinnen bewerten die Chancen, familiäre und berufliche Anforderungen in Einklang zu bringen, kritisch. In diesen Feldern bestehen somit für die Hochschulen Handlungsmöglichkeiten, um für Nachwuchswissen-schaftler/innen noch attraktiver zu werden.

Trotzdem stellt der Beruf "Wissenschaftler/in" für viele Befragte ein erstrebenswertes und attraktives Ziel dar. Vor allem die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu forschen, macht nach ihren Angaben die Attraktivität einer wissenschaftlichen Karriere aus. Immerhin rund drei Viertel der Nachwuchswissenschaftler/innen sehen ihre Zukunft vorrangig in der Forschung – entweder an Hochschulen, an außeruniversitären Forschungseinrichtungen oder in der Wirtschaft. Die Studie wirft jedoch auch die Frage auf, inwiefern es den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen gelingt, die jungen Forscher/innen auf Berufsfelder außerhalb der Wissenschaft vorzubereiten, um ihnen möglichst vielfältige berufliche Optionen zu eröffnen.

"Rund zwei Drittel der befragten Forscherinnen und Forscher sehen sich selbst auf Tätigkeiten außerhalb des Wissenschaftssystems gut vorbereitet. Unter Ingenieuren sind es überdurchschnittlich viele, in den Natur- und Sozialwissenschaften ist der Anteil dagegen geringer", sagt dazu Steffen Jaksztat vom HIS-Institut für Hochschulforschung, der an der Studie mitgearbeitet hat.

Ein wichtiger Baustein zu einer besseren Vorbereitung auf Tätigkeiten außerhalb der Wissenschaft ist die Arbeitskultur. Nachwuchswissenschaftler/innen, die in kooperativen, anspruchsvollen und fördernden Arbeitsumfeldern tätig sind, bewerten nicht nur ihr überfachliches Kompetenzniveau besser, sondern sie fühlen sich auch eher auf berufliche Tätigkeiten außerhalb des Wissenschaftssystems vorbereitet.

"Da nicht alle dauerhaft an der der Hochschule bzw. den außeruniversitären Forschungseinrichtungen verbleiben können, ist es besonders wichtig, dass Nachwuchswissenschaftler nicht nur in fachlicher Hinsicht, sondern auch in anderen Kompetenzbereichen gefördert werden", betont Projektleiter Kolja Briedis.

Die Studie "Wissenschaftliche Karrieren" ist im Rahmen des WiNbus-Projektes am HIS-Institut für Hochschulforschung entstanden. WiNbus ist ein von der HIS Hochschul-Informations-System GmbH durchgeführtes und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Forschungsprojekt. Im Rahmen dieses Projektes werden Nachwuchswissenschaftler/innen in regelmäßigen Abständen zu wissenschafts- und hochschulpolitischen Themen befragt, die sie und ihre berufliche Situation unmittelbar betreffen.

Die gesamte Publikation steht unter http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-201014.pdf als PDF-Download kostenlos zur Verfügung. Eine Printversion vom HIS:Forum Hochschule 14|2010 "Wissenschaftliche Karrieren" können Interessenten gegen eine Schutzgebühr von 20 Euro direkt bei der HIS GmbH bestellen.

Nähere Auskünfte:
Kolja Briedis
Tel.: 0511/1220-232
E-Mail: briedis@his.de
Nora Schindler
Tel.: 0511/1220-434
E-Mail: n.schindler@his.de
Steffen Jaksztat
Tel.: 0511/1220-344
E-Mail: jaksztat@his.de
Pressekontakt:
Theo Hafner
Tel.: 0511/1220-290
E-Mail: hafner@his.de
Tanja Barthelmes
Tel.: 0511/1220-384
E-Mail: barthelmes@his.de

Theo Hafner | idw
Weitere Informationen:
http://www.winbus.eu/
http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-201014.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie