Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltwirtschaft: Unterwegs mit unregelmäßiger Geschwindigkeit

26.10.2010
Global Economic Outlook von Deloitte zeichnet positives Gesamtbild, jedoch mit einigen Unsicherheiten

Der aktuelle Deloitte-Report "Global Economic Outlook Q4 2010" bescheinigt, dass, bis auf wenige Ausnahmen, die Zeichen globalwirtschaftlich auf Wachstum stehen. Doch ist die aktuelle Situation von vielen Fragen gekennzeichnet: Das beginnt mit den in einer Liquiditätsfalle gefangenen USA und setzt sich über Russland bis hin zum Vereinigten Königreich fort.

Mitentscheidend für die weitere Entwicklung in den Ländern und Wirtschaftsräumen sind dabei neben Faktoren wie dem Abbau öffentlicher und privater Verschuldung und den Rohstoff- bzw. Immobilienpreisen auch die Währungspolitik sowie die Inflationsfrage - wobei die Fed in den USA zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine höhere Inflation anstrebt.

Uneinheitlich präsentiert sich die Europäische Union: Während die Kernländer Deutschland und Frankreich vergleichsweise gut dastehen, geben die Ränder Europas unverändert Anlass zur Sorge.

"Das größte Problem ist das weltwirtschaftliche Ungleichgewicht.
Niedrige Zinsen und eine aggressive Geldpolitik der Industrienationen sorgen zusammen mit niedriger Kreditnachfrage für einen verstärkten Geldfluss in den aufstrebenden Regionen. Dort geraten die Währungen unter Druck, was deren Wettbewerbsfähigkeit einschränkt. Zudem besteht in diesen Ländern die Gefahr einer zu hohen Inflation", erklärt Dr. Elisabeth Denison, Senior Economist und Director Corporate Development & Strategy von Deloitte.

Euro-Zone uneinheitlich

Die Wachstumsprognose für den Euro-Raum in 2010 liegt mit durchschnittlich 1,7 Prozent höher als erwartet. Die Kapazitätsauslastung in Industrienationen hat 80 Prozent erreicht, es wird verstärkt investitiert und die Ertragslage der Unternehmen ist befriedigend. Auch der private Konsum legt zu. Allerdings leidet der Euro-Raum unter starken Differenzen zwischen Kernländern wie Deutschland und Frankreich und den Randzonen. Um die exzessive Verschuldung einiger Staaten einzugrenzen, plant Brüssel schärfere Sanktionen gegen Defizitsünder, die allerdings aktuell schon wieder aufgeweicht werden. Auch Großbritannnien erholt sich schneller als erwartet, jedoch müssen hier die Auswirkungen eines ausgesprochen rigiden Sparprogramms abgewartet werden -im Vereinigten Königreich ist eine deutliche Bewegung von öffenlichen zum privaten Sektor erkennbar.

USA in der Liquiditätsfalle

Durchwachsen ist die Entwicklung in den USA. Hier beschäftigt die Liquiditätsfalle die Verantwortlichen, denn die bei der Fed, den Banken, den Haushalten und anderen Institutionen akkumulierten Geldmittel gefährden das Wachstum. Vor allem die Banken halten die Mittel zurück, anstatt sie als Kredite weiterzugeben - um 450 Milliarden US-Dollar ist das Kreditvolumen seit 2008 gefallen. Die Fed versucht gegenzusteuern und fördert damit erstmals aktiv eine höhere Inflationsrate. Positive Zeichen sind hingegen Wachstumstendenzen beim Handel und bei der Industrieproduktion, wobei ein schwacher Dollar den Export fördert.

Indien und China: zurück zu alter Stärke

Die BRIC-Staaten Indien und China setzen ihren Wachstumskurs mit leicht vermindertem Tempo fort. Die indische Wirtschaft wächst um mehr als acht Prozent -ausländische Investitionen nahmen im Herbst deutlich zu. Problematisch ist die gegenüber dem Dollar starke Rupie beim Export - die generelle Abhängigkeit von den Industrienationen sorgt für weitere Unsicherheiten. China kämpft vor allem gegen eine starke Inflation und das damit verbundene Risiko sozialer Unruhen.

Die Gefahr einer Immobilienblase scheint hingegen gebannt. Ein zentrales Thema ist nach wie vor der Währungsstreit mit den USA. Zudem mindern höhere Löhne die Exportchancen - eine entsprechend größere Rolle spielt künftig die Binnennachfrage.

Russland und Brasilien: Balanceakt vs. Luxusproblem

Eine zu starke Inflation ist auch in Russland und Brasilien ein Thema. Während Russland, dessen Wirtschaft sich langsam, aber stetig erholt, eine Balance zwischen Wachstumspolitik und übermäßiger Geldentwertung finden muss, kämpft Brasilien in erster Linie mit einem zu starken Wachstum. Hier gilt es, die Präsidentenwahl abzuwarten, bevor die Politik die strategischen Weichen stellen kann.

Vor dem Hintergrund einer globalökonomischen Entwicklung, die im Großen und Ganzen Anlass zu Optimismus gibt, bildet Japan die Ausnahme, wie Dr. Elisabeth Denison bestätigt: "Japan hat derzeit sehr große Probleme. Eine deutliche Eintrübung des Konjunkturklimas, eine Stagnation der Exporte wegen des starken Yens, die Abhängigkeit von den USA sowie eine unübersichtliche politische Situation sind einige Gründe. Im schlimmsten Fall droht hier ein weiteres verlorenes Jahrzehnt."

Den kompletten Report finden Sie unter
http://www.presseportal.de/go2/Deloitte_Report_2010_Q4 zum Download.
Über Deloitte
Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit einem Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 140 Ländern verbindet Deloitte erstklassige Leistungen mit umfassender regionaler Marktkompetenz und verhilft so Kunden in aller Welt zum Erfolg. "To be the Standard of Excellence" - für rund 170.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.

Die Mitarbeiter von Deloitte haben sich einer Unternehmenskultur verpflichtet, die auf vier Grundwerten basiert: erstklassige Leistung, gegenseitige Unterstützung, absolute Integrität und kreatives Zusammenwirken. Sie arbeiten in einem Umfeld, das herausfordernde Aufgaben und umfassende Entwicklungsmöglichkeiten bietet und in dem jeder Mitarbeiter aktiv und verantwortungsvoll dazu beiträgt, dem Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit gerecht zu werden.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited, eine "private company limited by guarantee" (Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), und/oder ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu Limited und ihrer Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns.

© 2010 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Isabel Milojevic | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deloitte.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie