Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verdienen Manager das, was sie verdienen?

26.02.2009
Literaturstudie HS Pforzheim

Die subjektive Wahrnehmung ist eindeutig: Die Gehälter der Manager sind "unanständig" hoch, "ungerecht" und "unkontrollierbar" und dabei ist der Zugang zur "Kaste der Topmanager" stark eingeschränkt.

Entspricht diese Einschätzung der Realität oder ist sie Ausfluss einer Neiddebatte? In einem Forschungsprojekt im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gingen Wissenschaftler der Hochschule Pforzheim in Kooperation mit dem Tübinger Institut für angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) dieser Frage nach. Die umfangreiche Literaturstudie ist im Rahmen des Armuts- und Reichtumsberichtes entstanden.

Wer kontrolliert die Kontrolleure? Der unverhältnismäßig starke Anstieg der Managergehälter beginnt in den 90er Jahren, so die Pforzheimer Professoren Dr. Jürgen Volkert und Dr. Bernd Noll, die zusammen mit Niina Zuber (IAW), die Studie verfassten. In den 70er Jahren verdiente ein Topmanager der Deutschen Bank das 30fache eines durchschnittlichen Mitarbeiters, im Jahr 2000 fast das 300fache. Der rasante Anstieg der Gehälter war dabei oft unabhängig vom Erfolg des Unternehmens. "Normale Marktmechanismen" - z. B. Angebot und Nachfrage - versagen als Regulierungsinstrumente. Durch ihr Wissen und ihre Stellung sind die Manager zu einem gewissen Teil selbst für ihre Entlohnung zuständig.

Der Vergleich mit anderen global agierenden Unternehmen initiierte eine Gehalts-Spirale, die immer weiter nach oben kletterte. Die gesetzliche Verpflichtung zur Offenlegung der Gehälter beschleunigte diesen Vorgang. Die internen Kontrollengremien griffen oft zu kurz, die Beteiligung am Erfolg des Unternehmens - ein durchaus effektives Mittel der Kontrolle - wurde nicht immer korrekt eingesetzt.

Parallel dazu stellt die Studie fest, dass der "Markt der Manager" zwar nicht abgeschottet, doch wenig durchlässig ist. Grundvoraussetzung zur Erlangung einer Topposition ist ein hoher Bildungsstandard. Daneben kommen aber nach wie vor vier Fünftel aller Führungspersonen der größten deutschen Unternehmen aus dem bürgerlichen bzw. großbürgerlichen Milieu. Frauen sind zwar in kleinen und mittelständischen Unternehmen "angekommen", doch in Topposition der deutschen "global Player" nach wie vor nicht vertreten.

Die Autoren der Studie, Dr. Jürgen Volkert und Dr. Bernd Noll, sind Professoren für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Pforzheim. Die Hochschule kooperiert mit über 100 Partneruniversitäten weltweit, engagiert sich in internationalen Netzwerken und räumt wirtschafts- sowie unternehmensethischen Fragen einen hohen Stellenwert ein. Die Hochschule verpflichtete sich als eine der ersten weltweite zur Einhaltung der von der UN initiierten "Principles for Responsible Management Education" (PRME).

Sabine Laartz | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-pforzheim.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau