Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unfälle sind häufig und folgenreich

29.04.2013
GBE-Beitrag bietet Gesamtüberblick und Detailanalysen für die Praxis

Neue Daten des Robert Koch-Instituts ermöglichen einen aktuellen und umfassenden Blick auf das nicht-tödliche Unfallgeschehen bei Erwachsenen in Deutschland. Die Auswertung ist in der Reihe "Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes" erschienen.

Offizielle Statistiken gibt es in Deutschland nur für einzelne Unfallorte (Straße, Arbeit und Schule). Die vorliegende Auswertung der "GEDA-Studie 2010" liefert hingegen Informationen zu allen Unfallorten, zu den Unfallursachen, Unfallfolgen und der gesundheitlichen Versorgung von Unfällen. Somit schließt der GBE-Beitrag Lücken in der Erfassung nicht-tödlicher Unfälle und gibt Hinweise für eine bessere Unfallvermeidung. Die Veröffentlichung umfasst gut 80 Seiten und enthält eine prägnante Zusammenfassung und einen umfangreichen Tabellenanhang.

7,9 % der Erwachsenen in Deutschland haben in den zwölf Monaten vor der Befragung einen oder mehrere ärztlich versorgte Unfälle erlitten. Hochgerechnet auf die erwachsene Bevölkerung entspricht das mehr als fünf Millionen Unfallverletzten pro Jahr. Besonders in jüngeren Lebensjahren sind Männer häufiger betroffen als Frauen: Etwa einem Fünftel der 18- bis 29-jährigen Männer ist im letzten Jahr mindestens ein Unfall zugestoßen.

Mit den Daten der GEDA-Studie 2010 liegen seit längerem auch wieder Informationen zu Heim- und Freizeitunfällen vor. Unfälle zu Hause und in der Freizeit werden bisher nicht systematisch erfasst, dabei machen sie schätzungsweise zwei Drittel aller Unfälle aus. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Heimunfälle am Unfallgeschehen: Beispielsweise passieren 60 % aller Unfälle bei Frauen ab 70 Jahren im Haus oder in der unmittelbaren Umgebung.

Am häufigsten werden Unfälle durch Stürze verursacht. Fast jeder dritte Unfall ist auf einen Sturz zurückzuführen, bei den 60-Jährigen und Älteren sogar mehr als die Hälfte. Sturzunfälle haben häufig besonders schwere Folgen: Etwa ein Drittel der Stürze führt zu einem Knochenbruch, und jeder vierte Gestürzte muss stationär im Krankenhaus versorgt werden. Insgesamt endet knapp jeder fünfte Unfall im Krankenhaus. Zudem werden pro Jahr 6,2 % der Erwerbstätigen in Deutschland unfallbedingt krankgeschrieben. Die unfallbedingten Fehlzeiten liegen bei durchschnittlich fast 30 Tagen.

Grundlage der RKI-Analyse ist eine vertiefende Erhebung im Rahmen der regelmäßig durchgeführten telefonischen Gesundheitsbefragung "Gesundheit in Deutschland aktuell" (GEDA). Die Studie fand zwischen September 2009 und Juli 2010 statt. Insgesamt wurden 22.050 Personen befragt, 1.781 Personen mit einem Unfall in den letzten zwölf Monaten wurden dazu vertieft befragt. GEDA ist eine der Komponenten des seit 2007 am Robert Koch-Institut etablierten Gesundheitsmonitorings, mit dem der Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung kontinuierlich und umfassend untersucht werden.
Der GBE-Beitrag "Das Unfallgeschehen bei Erwachsenen in Deutschland" kann kostenlos bestellt werden (RKI, GBE, General-Pape-Str. 62, 12101 Berlin, E-Mail: gbe@rki.de, Fax: 030-18754-3513) und ist abrufbar unter www.rki.de/gbe und www.rki.de > Gesundheit A-Z > Unfälle.

Herausgeber:
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
D-13353 Berlin

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

Pressestelle:
Susanne Glasmacher (Pressesprecherin)
Günther Dettweiler
(stellv. Pressesprecher)
Heidi Golisch
Judith Petschelt

Kontakt
Tel.: 030-18754-2239, -2562 und -2286
Fax: 030-18754 2265
E-Mail: presse@rki.de

Susanne Glasmacher | idw
Weitere Informationen:
http://www.rki.de

Weitere Berichte zu: GBE-Beitrag GEDA GEDA-Studie Koch-Institut Stürze Unfallgeschehen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

nachricht Nutzung digitaler Technologien in der industriellen Produktion führt zu Produktivitätsvorteilen
01.02.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Wie ehrlich sind unsere Lebensmittel?

21.02.2017 | Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kleine Moleküle gegen altersbedingte Erkrankungen

21.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Baukasten-System für die Linienfertigung: Die VL-Baureihe von EMAG

21.02.2017 | Maschinenbau

RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Aufwärtstendenz setzt sich fort

21.02.2017 | Wirtschaft Finanzen