Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wann Tickets am billigsten sind

24.09.2010
Zwei Dinge entscheiden, wann der beste Zeitpunkt für Bestellungen ist.

Einerseits geht es um die Frage, ob man eine bestellte Leistung oder Ware später überhaupt in Anspruch nehmen kann, und zweitens, ob sie später noch zu haben wäre. Das berichten die Ökonomen Marc Möller und Makoto Watanabe von der Universität Carlos III in Madrid in der Zeitschrift "Economic Journal". Sie verglichen dazu mehrere Studien zur dynamischen Preisgestaltung in verschiedenen Branchen.

Flüge acht Wochen vorher buchen

Je größere Unsicherheit man eingeht, desto billiger fährt man. "Bei einer frühen Flugbuchung riskiert man etwa, dass bis zur Reise noch etwas dazwischenkommt, was den Flugtermin verschiebt. Die Fluglinien bieten daher Rabatte für Frühbucher", erklärt Möller im pressetext-Interview. Acht Wochen vor der Reise ist laut seinen Berechnungen der günstigste Buchungszeitpunkt, da ab dann die Preise hinaufklettern. Abends sind Tickets billiger als untertags, da Fluggesellschaften scheinbar darauf spekulieren, dass Geschäftsleute ihre Flüge zu Bürozeiten buchen.

Bei Laufveranstaltungen wie etwa Marathon gelten ganz ähnliche Regeln. "Große Veranstalter locken Läufer oft mit Frühanmelde-Rabatten. Denn viele Läufer verletzen sich im Training und können nicht teilnehmen, sollen dadurch aber trotzdem Geld bringen", so der Wirtschaftstheoretiker. Wer sich erst spät anmeldet, kann seine sportliche Form am Lauftag bereits gut abschätzen, muss aber mehr Geld dafür ausgeben.

"Last Minute" versus zu spät kommen

Last-Minute-Schnäppchen statt Frühbucher-Bonus gibt dort, wo Preise schon zuvor feststehen und wo man gebuchte Leistungen im Notfall auch an andere weitergeben kann. Das ist eher bei großen Kapazitäten seitens der Anbieter der Fall, wie etwa bei einem Theaterstück, das über die ganze Saison läuft. "Hier könnte eine Veranstaltung im letzten Moment auch bereits ausverkauft sein. Damit Besucher dieses Risiko auf sich nehmen, setzen die Veranstalter auf billige Last-Minute-Angebote, wodurch der Preis am Schluss sinkt", erklärt Möller.

Wer sich eine Schiausrüstung zulegt, kann dasselbe beobachten. "Zu Saisonbeginn verkaufen die Läden zu den höchsten Preisen und verschleudern ihre Ware am Ende des Winters, wenn fast kein Schnee mehr liegt. Wer Geld sparen will, muss auch hier genau abwägen, wie lange er warten will. Denn wenn man zu spät zuschlägt, sind die bevorzugten Modelle vielleicht bereits ausverkauft."

Konsument zahlt am Ende drauf

Wer diese Mechanismen durchschaut und gut nutzt, spart dadurch Bares. In Summe profitiert jedoch die Wirtschaft, sagt Möller. "Je härter der Wettbewerb, desto eher suchen Firmen Möglichkeiten, wie sie Konsumenten ausnehmen können." Einen anderen Weg geht Japan bei Inlandsflügen, deren Preise sich per Gesetz kaum ändern. Dies ist nicht zum Nachteil der Konsumenten, denn in der Regel kauft man nicht im Moment des günstigsten Preises, sondern wenn das individuelle Bedürfnis besteht. "Businessflüge kann man meist nicht lange im Voraus planen. Urlaubsreisen hingegen schon", so der Forscher.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uc3m.es

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie