Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studiengebühren bezahlen: Eltern oder Jobben

23.04.2010
Für die meisten Studierenden bezahlen die Eltern die Studiengebühren; ein Drittel jobbt, um sie bezahlen zu können, nur 11% nehmen ein Studiengebühren-Darlehen in Anspruch.

Die neue Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) belegt erstmals, wie die Studierenden in Deutschland ihre Studiengebühren bezahlen: Für 59% bezahlen die Eltern, 30% der Studierenden greifen auf Mittel aus eigenem Verdienst zurück, nur 11% nehmen ein Studiengebühren-Darlehen in Anspruch.

Derzeit werden Studiengebühren noch in sechs Bundesländern erhoben; 59% der Studierenden sind davon betroffen, faktisch bezahlen müssen die Gebühren 48% der Studierenden.

Bei der Vorstellung der Zahlen heute in Berlin betonte DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat: "Studiengebühren belasten die Studierenden unterschiedlich, und zwar je nach dem, aus welcher sozialen Schicht sie kommen."

"Studierende aus der niedrigen sozialen Herkunftsgruppe, also aus tendenziell hochschulfernen, einkommens¬schwächeren Familien, müssen mehr jobben als ihre Kommilitonen aus hochschulnahen, einkommensstarken Haushalten, sofern sie nicht zu der geringen Zahl derjenigen gehören, die ein Studiengebühren-Darlehen in Anspruch nehmen. In hochschulnahen Elternhäusern zahlen die Eltern in der Regel die Gebühren", führte Dobischat aus. Je nach Land und Hochschule betragen die Gebühren zwischen 300 und 500 Euro im Semester.

Dobischat sagte: "Schafft es ein Kind - trotz der Selektion im Schulsystem - aus einer hochschulfernen und einkommensschwächeren Familie zur Hochschule, dann steht es schon wieder vor einer neuen Hürde."

Fast ein Viertel der Gebührenzahler, beklagte Dobischat, lebe in einer finanziell angespannten Situation. Er führte aus: "Studiengebühren sind ein Kostenfaktor, und die Studierenden reagieren mit kostensparenden Gegenstrategien. Sie jobben mehr, sie weichen auf preisgünstige Wohnformen wie das Elternhaus oder das Wohnheim aus."

Veränderungen im Sozialgefüge der Studierenden oder Wanderungsbewegungen in gebührenfreie Länder aufgrund von Studiengebühren sind bisher kaum signifikant, gibt Dobischat zu. "Aber daraus zu folgern, Studiengebühren seien kein Problem, ist fahrlässig. Für diejenigen Studierenden, die sie aus eigenen Mitteln bezahlen müssen, stellen sie eine reale Belastung dar."

Hintergrund: 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks
Alle drei Jahre werden die Studierenden in Deutschland im Rahmen der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage befragt. Finanziert wird die repräsentative Studie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, wissenschaftlich durchgeführt vom Hochschul-Informations-System. An der jüngsten, 19. Sozialerhebung nahmen im Sommer 2009 16.370 Studierende von 210 Hochschulen teil. Zu diesem Zeitpunkt waren 59% der Studierenden an Hochschulen eingeschrieben, die allgemeine Studiengebühren erheben.

Stefan Grob | idw
Weitere Informationen:
http://www.studentenwerke.de
http://www.sozialerhebung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Wie das Wissen in der Technik entsteht

17.01.2017 | Förderungen Preise

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik