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Studie zur Kreativen Klasse in NRW: Hochqualifizierte tun der Wirtschaft gut

03.11.2010
Kreative und hochqualifizierte Menschen sind gut für die wirtschaftliche Entwicklung der Region, in der sie leben.

Je höher der Anteil der so genannten „Kreativen Klasse“ an der arbeitenden Bevölkerung, desto größer ist die Chance, dass sich eine Region wirtschaftlich gut entwickelt.

Dass diese These auch für Nordrhein-Westfalen gilt, ist das Ergebnis der Studie „Die Bedeutung der Kreativen Klasse für die wirtschaftliche Entwicklung der nordrhein-westfälischen Regionen“, die jetzt vom Niederrhein Institut für Regional- und Strukturforschung (NIERS) der Hochschule Niederrhein vorgelegt wurde.

„Vor allem in wirtschaftlich starken Regionen wie Düsseldorf, Aachen oder Köln ist der Anteil der Kreativen Klasse an der arbeitenden Bevölkerung relativ hoch“, sagt Prof. Dr. Rüdiger Hamm, wissenschaftlicher Leiter des Projekts. „Dort gibt es einen erkennbar positiven Effekt auf Pro-Kopf-Einkommen und auch auf die Beschäftigungs-Chancen der Nicht-Kreativen.“ Dagegen funktioniere die Korrelation zwischen Kreativer Klasse und wirtschaftlicher Entwicklung in stark industriell oder altindustriell geprägten Regionen nicht so gut.

Das vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und von der Europäischen Union geförderte einjährige Forschungsprojekt hatte es sich zur Aufgabe gestellt, die von Richard Florida entwickelten Theorieansätze zur Kreativen Klasse auf Nordrhein-Westfalen zu beziehen und zu untersuchen. Dabei stellte das Forscher-Team um Prof. Hamm zunächst fest, dass der Anteil der Kreativen Klasse in sämtlichen 54 nordrhein-westfälischen Kreisen und kreisfreien Städten zwischen 1999 und 2008 zugenommen hat. Der positive Effekt auf die Gesamtentwicklung ergab sich aber vor allem dort, wo die Wirtschaft vom Dienstleistungssektor geprägt ist.

Zur Kreativen Klasse nach Richard Florida gehören zum einen Künstler und Bohemiens, zum anderen auch Hochqualifizierte. Zu dieser Gruppe zählen unter anderem Ingenieure, Wissenschaftler, Mediziner und Juristen. Ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigtenzahl in NRW liegt bei 32,3 Prozent. Besonders hoch ist dieser in Düsseldorf, Köln, Aachen und Münster. Krefeld landet bei der Aufstellung auf Platz 12, Mönchengladbach auf Platz 20. Der Kreis Neuss ist elfter, während der Kreis Viersen mit Rang 38 eher auf den hinteren Plätzen angesiedelt ist.

Aus den Ergebnissen der Studie leitet Professor Hamm auch eine Handlungsanweisung an die lokalen Wirtschaftsförderer ab: „Sie müssen hochqualifizierte Menschen in ihre Region holen und an sich binden“, sagt Hamm. Früher sei Wirtschaftsförderung oft primär Flächenmanagement gewesen. Heute gehe es darum, die besten Köpfe in die Region zu holen und die Kreativwirtschaft zu fördern. Und der Forscher macht hier ein weiteres Forschungsfeld aus: „Nach welchen Gesichtspunkten suchen sich Hochqualifizierte ihren Wohnort aus? Womit kann sie ein Wirtschaftsförderer in seine Region holen?“ Antworten darauf könnten der wirtschaftlichen Entwicklung zu gute kommen.

Wer mehr zu diesem spannenden Thema erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, am 9. November das 7. Regionalökonomische Forum des Niers-Instituts zu besuchen. In Vorträgen und anschließenden Diskussionen geht es um „Kreative Klasse und Kreativwirtschaft – Motoren der regionalen Wirtschaftsentwicklung?“ Diskutiert wird dabei unter anderem, ob Kreativität ein Hoffnungsträger regionaler Wirtschaftspolitik sein kann, wohin es kreative Köpfe zieht und ob Kreativwirtschaft ein Zukunftskonzept sein kann.

Die Veranstaltung dauert von 12 bis 17.15 Uhr. Veranstaltungsort ist der Senatssaal der Hochschule in Mönchengladbach, Webschulstr. 39. Anmeldung per E-Mail an johannes.kopper@hs-niederrhein.de, Fax: 02161 186-6402; weitere Informationen im Internet unter www.hs-niederrhein.de/niers/aktuelles/

Dr. Christian Sonntag | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/niers/aktuelles/

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